Schriftzug der Deutschen Bundesbank

Folgen der Schuldenkrise Gewinn der Bundesbank bricht ein

Stand: 13.03.2012 11:58 Uhr

Der Gewinn der Bundesbank ist im vergangenen Jahr drastisch gesunken. Der Überschuss lag nach Angaben der deutschen Notenbank bei 643 Millionen Euro. Das sind rund 70 Prozent weniger als im Jahr 2010, als die Bundesbank noch ein Plus von 2,2 Milliarden Euro verbucht hatte. 2009 waren es sogar 4,1 Milliarden Euro gewesen. Die jährliche Überweisung als Beitrag zur Finanzierung des Bundeshaushalts fällt aufgrund des Gewinneinbruchs diesmal vergleichsweise niedrig aus. Ursprünglich hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit einer Summe von 2,5 Milliarden Euro kalkuliert. Der Gewinn des vergangenen Jahres ist der niedrigste seit dem Jahr 2003.

Schriftzug der Deutschen Bundesbank

Die Bundesbank verbuchte den niedrigsten Gewinn seit 2003.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründete den Gewinnrückgang mit einem deutlichen Anstieg der Risiken der Zentralbank als Folge der Staatsschuldenkrise. Die Bundesbank habe 2011 ihre Risiko-Puffer von 4,1 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro erhöht. Für die Notenbank hätten die Risiken bei geldpolitischen Geschäften an den Finanzmärkten durch die Euro-Schuldenkrise "deutlich zugenommen", erklärte Weidmann. Nehme die Bundesbank etwa von Geschäftsbanken als Sicherheiten für Kredite Staatsanleihen von Euro-Staaten, sei dies für die Notenbank teils ein größeres Wagnis als in früheren Zeiten. Auch das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen sei für die Notenbank mit deutlich höheren Risiken verbunden.

Höhere Zinserträge verhindern drohenden Verlust

Die Bundesbank sorgt sich um mögliche Ausfälle aus Staatsanleihen von Pleitekandidaten wie Griechenland, welche die Notenbanken während der Krise kauften. Zudem ist die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) aus ihrer Sicht nicht ohne Gefahren, weil das extrem billige Geld auch Banken zugutekommt, die ohne Zentralbankgeld im Grunde nicht überlebensfähig wären. Nur dank höherer Zinserträge - die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn - stand trotz der höheren Risikovorsorge unter dem Strich noch ein Plus.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann

Bundesbankpräsident Weidmann sieht die deutsche Wirtschaft in einem "bemerkenswert guten Zustand".

Die Staatsschuldenkrise sei auch ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, sagte Weidmann. Die Aussichten hätten sich zuletzt aber wieder spürbar aufgehellt. "Die deutsche Wirtschaft ist in einem bemerkenswert guten Zustand" sagte Weidmann. Der Arbeitsmarkt wachse weiter. Und der starke Anstieg der Verbraucherpreise werde im Jahresverlauf voraussichtlich nachlassen, wenn sich die Preise für Rohöl stabilisierten.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
vanPaten 13.03.2012 • 20:18 Uhr

@ MisterEde : Passiva lesen

Die Target-2 Forderungen Passiva 463 von gesamt Bilanzsumme 838 beruhen auf der Zahlungsfahigkeit der von mir aufgezählten Länder, die zu Lasten der Aktiva der Buba Geld emittiert und auch nach DE verbracht haben. Fallen diese maximal aus, muss die BuBa (es sei denn neue Kreditaufnahme in den Passiva, aber woher?) die restlichen Aktiva liquide machen. Aber 838-463= 375 restliche Aktiva, darunter 3.400 t Gold mit 133 Mrd. € (Ende 2011), 72 Mrd. Euro-Wertpapiere (Schulden Bundesregierung und andere) und 52 Mrd. € in Fremdwährungen, was alles zu verkaufen wäre. Nur reicht eben der Rest von 375 nicht zur Deckung von 463 aus = Pleite. Die BuBa ist damit schon heite Nettoschuldner der Banken, die sie eigentlich finanzieren sollte, wenn sie deren Hilfe in Anspruch nehmen müsste. Man kann Verluste nur mit dem Vermögen decken, was man hat oder muss weitere Schulden aufnehmen. Wenn man dann noch das Rating hat. Heißt: EZB muss Schulden inflationieren.