Bürotürme in Frankfurt | dpa

Immobilienmarkt im Corona-Jahr Bürovermietung bricht ein

Stand: 08.01.2021 15:53 Uhr

Die Pandemie sorgt auch auf dem Immobilienmarkt für große Verunsicherung: Im vergangenen Jahr ging die Neu-Vermietung von Büroflächen in deutschen Großstädten stark zurück. Am härtesten traf es Stuttgart.

Im Corona-Jahr 2020 ist die Vermietung von Büroflächen in deutschen Großstädten eingebrochen. Wegen der Unsicherheit in der Pandemie und der schwachen Konjunktur hätten Unternehmen Umzugspläne aufgeschoben oder eine Vertragsverlängerung in bestehenden Flächen angestrebt, teilte der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) mit.

Der Büroflächenumsatz in den sieben Metropolen fiel den Angaben zufolge um mehr als 33 Prozent auf 2,67 Millionen Quadratmeter. Vor allem Deals für große Flächen fehlten, erklärte JLL. "In der aktuellen Rezession überwiegt der Rotstift."

Berlin und München kommen glimpflich davon

Am stärksten fiel die Bürovermietung zum Vorjahr in Stuttgart (minus 56 Prozent), gefolgt von Düsseldorf (minus 45 Prozent) und Frankfurt (minus 42 Prozent). In den erfolgsverwöhnten Städten Berlin und München lag das Minus laut JLL bei 25 Prozent.

Da sich die Konjunktur zeitverzögert erholen dürfte und Unternehmen mit Einstellungen zögerten, rechnet JLL erst zur Jahresmitte mit einem Anziehen der Vermietungen. In Summe könnte der Büroflächenumsatz 2021 bei rund 2,9 Millionen Quadratmetern liegen, ein Plus von elf Prozent. Alles hänge aber von der Pandemie ab, sagte JLL-Experte Helge Scheunemann. "Je länger der Lockdown, desto weniger Vermietungen." Von einer Angebotsschwemme seit der Markt aber weit entfernt.

Leerstandswelle bleibt aus

Nach Einschätzungen des Immobilienspezialisten Colliers wurde 2020 beim Büroflächenumsatz der Schnitt der vergangenen zehn Jahre um ein Viertel unterschritten. Die von manchen erwartete Leerstandswelle sei aber ausgeblieben. In den sieben größten deutschen Städten stünden zwar etwas mehr Büroflächen leer, die Quote liege mit rund 3,5 Prozent jedoch "nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau".