Solarmodule von Bosch

Technologiekonzern will Kosten senken Bosch setzt wegen Solarverlusten auf Sparkurs

Stand: 23.01.2013 11:29 Uhr

Den Technologiekonzern Bosch kommt seine Solarsparte erneut teuer zu stehen. In diesem Geschäftsbereich meldete das Unternehmen für 2012 hohe Verluste und Abschreibungen. Der Gesamtgewinn des Konzerns sei dadurch im vergangenen Jahr um etwa eine Milliarde Euro gedrückt worden, teilte Bosch mit. Im operativen Geschäft mit der Solartechnik verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 450 Millionen Euro. Hinzu kam eine Sonderabschreibung von 600 Millionen Euro. Bereits in den Jahren 2009 und 2011 hatte Bosch in seiner mit viel Geld aufgebauten Solarsparte ein großes Minus verbucht.

Solarmodule von Bosch

Bosch hat noch keine Lösung für die Probleme in seiner Solarsparte gefunden.

Konzernchef setzt auf Sparkurs

Bislang fand das Unternehmen keine Mittel, um die Verluste durch die Solartechnik zu stoppen. Bosch prüft weiter "alle denkbaren Möglichkeiten". Weil auch das Konzernergebnis insgesamt enttäuschte, will Konzernchef Volkmar Denner sparen. "2013 wird ein Jahr der harten Kosten- und Prozessarbeit werden", erklärte er.

Weltweit erreichte der Umsatz mit Kfz-, Industrie- und Gebäude-Technik sowie Werkzeugen und Haushaltsgeräten zwar im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 52,3 Milliarden Euro. Das bedeutete allerdings lediglich einen kleinen Zuwachs um 1,6 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. In Nordamerika steigerte Bosch seinen Umsatz zwar um 17 Prozent und in Asien um fünf Prozent. Doch die Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa, wo Bosch mehr als die Hälfte seiner Geschäfte macht, drückte den Konzernumsatz auf dem Heimatkontinent um zwei Prozent. In Südamerika lag das Minus sogar bei 16 Prozent.

Bosch-Chef Volkmar Denner

Bosch-Chef Denner will die Kosten senken.

"Bewährungskampf für Standorte"

Nach der "nicht zufriedenstellenden" Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr werde 2013 vordringlich an der Verbesserung der Ertragskraft gearbeitet, kündigte Denner an. Das Unternehmen wolle die Fixkosten drücken und strikte Obergrenzen etwa für Investitionen und Zukäufe einführen. Die Probleme in Europa will Denner angehen, indem er die Standorte einem "laufenden Kampf der Bewährung" aussetzt. "Das ist nicht als Angstszenario, sondern als Chancenszenario gemeint", sagte er. Es gehe darum, durch Produktivitätssteigerung, höhere Flexibilität oder bessere Qualität hohe Lohnkosten auszugleichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau24 am 23. Januar 2013 um 10:35 Uhr.

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KOMMENTARE

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Uebermorgen 23.01.2013 • 18:51 Uhr

fact ist doch das die deutsche industrie nicht

flexibel genug ist um erstens: diese produkte entwickeln und vermarkten zu koennen und zweitens; dank ihre lohnpolitik diese produkte nicht entwickeln und vermarkten koennen. anstatt sich mit dem thema zu befassen und zu sagen wir wollen es weiterbringen und weiterentwickeln wird resigniert und geschlossen. gute nacht deutschland. der gedanke des unternehmertums ist hier nicht mehr angebracht und wird freiwillig den chinesen ueberlassen. traurig, denn die entwicklung der solarenergie ist eines der wesentlichen zukunfts technologien die es gibt und deutschland gibt sie freiwillig gezwungen auf. hier kaempfen keine deutschen firmen und verbuenden sich auch nicht mich china zum wohle, sondern resignieren. es ist voellig unverstaendlich warum sich deutschland zurueckzieht und asien den markt ueberlaesst. diese ist ein fall von deutscher fehl einschaetzung und ueberlassung des spielfeldes dem gegner. so gehts natuerlich nicht weiter in die zukunft!