Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP

Diesel-Skandal Bosch muss 90 Millionen Bußgeld zahlen

Stand: 23.05.2019 13:40 Uhr

Wegen seiner Beteiligung am Diesel-Skandal muss der Autozulieferer Bosch nun 90 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft verstieß das Unternehmen gegen seine Aufsichtspflicht.

Nach den Autoherstellern VW, Audi und Porsche muss auch der Autozulieferer Bosch ein hohes Bußgeld im Diesel-Skandal zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängte nach eigenen Angaben ein Bußgeld von 90 Millionen Euro wegen "fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht". Bosch wolle nicht gegen die Entscheidung vorgehen und werde das Geld binnen sechs Wochen an das Land Baden-Württemberg zahlen. Das Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen das Unternehmen sei damit abgeschlossen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Strafrechtliche Ermittlungen gegen einzelne Mitarbeiter gingen aber weiter.

Bosch ist in den VW-Skandal verstrickt, weil er als Zulieferer die entsprechende Motorsteuerung lieferte, mit deren Software Volkswagen Diesel manipulierte. Das führte laut Staatsanwaltschaft dazu, dass die jeweiligen Fahrzeuge mehr Stickoxide ausstießen als zulässig. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass dieses Vorgehen im Kern nicht von Bosch ausging - sondern von Mitarbeitern der Autohersteller. Das könnte unter anderem bei möglichen Schadenersatzforderungen gegen Bosch eine wichtige Rolle spielen.

Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft

Die Ermittler ließen eigenen Angaben zufolge auch die Ergebnisse anderer Staatsanwaltschaften in ihre Entscheidung einfließen. Bei der Geldbuße wurde außerdem berücksichtigt, dass die Verantwortlichen seit Oktober mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Das nun verhängte Bußgeld fällt mit 90 Millionen Euro deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Summen von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen mussten. Bei Bosch setzt sich die Zahlung zusammen aus der Ordnungswidrigkeit - zwei Millionen Euro - und einer Gewinnabschöpfung - 88 Millionen Euro. Vor allem letztere fiel bei den Autoherstellern höher aus, weil sich mit Autos mehr verdienen lässt als mit Teilen für den Motor.

Für Bosch spielt die Ordnungswidrigkeit aber nur eine kleine Rolle im großen Diesel-Skandal: In den USA hat Unternehmen bereits einige Klagen mit millionenschweren Vergleichen beigelegt. Weltweit laufen weitere zivilrechtliche Klagen. Das Unternehmen hatte daher zuletzt 1,2 Milliarden Euro für Rechtsrisiken zurückgelegt, der überwiegende Teil davon ist für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal gedacht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Mai 2019 um 12:00 Uhr.

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