Wall Street

Positive Stimmung an der Wall Street Gute Arbeitsmarktdaten bescheren Dow Jahreshoch

Stand: 08.08.2009 04:53 Uhr

Überraschend positive Arbeitsmarktdaten haben den Dow Jones zum Wochenausklang auf ein neues Jahreshoch gehievt. In den USA hatte sich der Stellenabbau im Juli unerwartet kräftig abgeschwächt. Außerhalb der Landwirtschaft war die Beschäftigtenzahl auf Monatssicht um 247.000 zurückgegangen. Das war der geringste Stellenabbau seit August letzten Jahres.

Experten hatten mit einem wesentlich höheren Minus von 320.000 Stellen gerechnet. Zudem war die Arbeitslosenquote überraschend gesunken.

"Die Anleger suchen nach einer Bestätigung dafür, dass wir den Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung bald erreicht haben, und die Daten von Arbeitsmarkt sind ein starkes Signal in diese Richtung", sagte Fred Dickson, Marktstratege bei der Beratungsfirma D.A. Davidson. Der Dow Jones stieg um 1,23 Prozent auf 9370,07 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 2,16 Prozent.

AIG macht ersten Gewinn seit fast zwei Jahren

Wall Street mit US-Flaggen
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Die Verflechtungen zwischen Finanzkonzernen und Politik sind eng.

Der marktbreite S&P-500-Index kletterte um 1,34 Prozent auf 1010,48 Zähler. An der Technologiebörse NASDAQ rückte der Composite-Index um 1,37 Prozent auf 2000,25 Zähler vor. Für den Auswahlindex NASDAQ 100 ging es um 1,20 Prozent nach oben auf 1619,49 Punkte.

Auf Unternehmensseite sorgten vor allem die Titel des massiv vom Staat gestützten Versicherers American International Group (AIG) für Gesprächsstoff. Nach Rekordverlusten hatte AIG den Weg zurück in schwarze Zahlen geschafft. Der Gewinn war der erste seit fast zwei Jahren. Die Aktien schnellten um 20,46 Prozent hoch auf 27,14 US-Dollar.

Starker Dollar trotz guter Konjunkturdaten

Angesichts der guten Nachrichten von der Konjunktur waren auch weitere Finanzwerte stark gefragt. American Express etwa legte zum achten Mal in Folge zu und kletterte als zweitbester Wert im Dow um 4,41 Prozent auf 32,69 Dollar. An der Dow-Spitze sprangen die Papiere des Unterhaltungsriesen Walt Disney um 5,20 Prozent auf 26,69 Dollar in die Höhe.

Der Euro geriet wegen der guten Arbeitsmarktdaten deutlich unter Druck und notierte zuletzt bei 1,4169 US-Dollar. Die hohe Nachfrage nach dem Greenback entsprach an diesem Freitag nicht dem jüngsten Reaktionsmuster am Markt, wonach gute US-Konjunkturdaten zumeist mit einer Schwäche des Dollars als vermeintlich "sicherer Hafen" einher gegangen waren.

"Die aktuelle Kursreaktion ist ein Zeichen dafür, dass sich die Währungsmärkte von dem 'Gute-Konjunkturnachrichten-sind-schlechte-Nachrichten-für-den-Dollar'-Syndrom verabschieden", sagte Joseph Trevisani, Chefmarktanalyst beim Handelshaus FX Solutions. Nunmehr würden wieder mehr fundamentale Maßstäbe wie das Wirtschaftswachstum oder der Zinszyklus in den Vordergrund rücken.

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