Chinesische Yuan-Scheine | Bildquelle: ROMAN PILIPEY/EPA-EFE/REX

Abwertung der Währung Chinas Antwort auf Trumps Strafzölle

Stand: 05.08.2019 08:24 Uhr

Erst vergangene Woche hat US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle auf chinesische Waren angekündigt. Doch die chinesische Notenbank führt die Bemühungen Trumps ad absurdum. Droht jetzt ein Währungskrieg?

Von Angela Göpfert, boerse.ARD.de

Am Montag rutscht der chinesische Yuan auf den tiefsten Stand seit elfeinhalb Jahren. Erstmals seit 2008 kostet ein Dollar wieder mehr als 7,00 Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als "Schallmauer", welche die chinesische Notenbank nicht durchbrechen werde.

Weitere Kursinformationen zu US-Dollar in Renminbi Yuan

Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von der Notenbank Chinas beeinflusst.

Künstliche Abwertung?

Durch die Abwertung des Yuan werden chinesische Exporte in den Dollar-Raum billiger. Die bisherigen und angedrohten Strafzölle der USA werden somit durch die Entwicklungen am Devisenmarkt zu einem guten Teil kompensiert und könnten damit ihre Wirkung verfehlen.

Das ist ganz sicherlich nicht im Sinne von Donald Trump. Der US-Präsident hatte bereits in seinem ersten Wahlkampf gewettert, die Volksrepublik würde ihre Währung künstlich abwerten, um die eigene Wirtschaft zu bevorteilen.

Meinungsänderung mit Folgen

Laut Devisenexperten ist es aber vielmehr so, dass die People’s Bank of China den Yuan gegenüber dem Dollar bislang gestützt hatte. Dazu ist sie nach den jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit aber offenbar nicht mehr bereit. Die heutige Preisgabe der psychologischen Marke von 7,00 Dollar ist ein eindeutiges Signal in diese Richtung.

Peking scheint nunmehr willens, durch einen schwächeren Yuan zumindest einen Teil der aus den Zollerhöhungen resultierenden Schwierigkeiten für die chinesische Exportwirtschaft zu verringern.

B5 Börse 10.29 Uhr: Yuan-Abwertung sorgt für Unruhe

05.08.2019 13:18 Uhr

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Die Währung als Waffe gegen Donald Trump

Wird China seine Währung nun zur Waffe im Handelskrieg stilisieren? Der Devisenexperte der Commerzbank Hao Zhou glaubt: "Dem könnte durchaus so sein. Die heutige Bewegung suggeriert ganz offensichtlich, dass sich China der Notwendigkeit für mehr Währungsflexibilität bewusst ist, um den Handelsschwierigkeiten zu trotzen."

Der Weg vom Handels- zum Währungskrieg - er ist nicht mehr weit.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2019 um 12:00 Uhr.

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