Bitcoin | Bildquelle: REUTERS

Neuer Kryptohype? Bitcoin wieder im Aufwind

Stand: 28.05.2019 14:57 Uhr

Ein beispielloser Rausch hatte die Kryptowährung Bitcoin vor eineinhalb Jahren bis auf 20.000 Dollar getrieben. Nach dem Absturz der Digitalwährung Ende 2018 scheint der Markt nun wieder im Aufwind zu sein.

Die Ausschläge nach oben beim Bitcoin-Kurs sind in den vergangenen Wochen deutlich größer geworden. Die Tausendermarken fielen zuletzt beinahe tageweise, Ende Mai 2019 hat sich der Bitcoin-Kurs bei knapp 9000 Dollar eingependelt. Das ist zwar immer noch weniger als die Hälfte des Höchststandes von rund 20.000 Dollar, der am 17. Dezember 2017 erreicht wurde. Allerdings wurde dieser Rekord nur für eine sehr kurze Zeit erreicht.

Für den Kursanstieg des Bitcoin und der meisten anderen Kryptowährungen in den vergangenen Wochen gibt es laut Experten eine ganze Reihe von Gründen. Dazu gehören aktuelle Kaufmotive der Anleger, aber auch langfristige Veränderungen, die die "Kryptos" zu einem festen Bestandteil des internationalen Finanz- und Zahlungssystems machen könnten.

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Einzelhändler bahnen den Weg

Da ist zunächst die höhere Akzeptanz des Bitcoin als Zahlungsform oder Transaktionssystem. Große Konzerne besonders in den USA haben die wichtigste Kryptowährung inzwischen zum direkten oder indirekten Bezahlen zugelassen, wie etwa Starbucks, Microsoft oder die Einzelhändler Whole Foods oder Gamestop.

Daneben treibt vor allem die Spekulation auf eine neue "Anlageklasse" Kryptowährungen die Preise zurzeit immer weiter an. Institutionelle Investoren, dazu gehören große Investoren wie Versicherungen oder Fondsgesellschaften genauso wie Family Offices, die für begüterte Privatkunden nach Anlagemöglichkeiten Ausschau halten.

Großinvestoren wollen neue Anlageklasse

Die US-Fondsgesellschaft Fidelity etwa, einer der größten privaten Geldverwalter der Welt, hat kürzlich angekündigt, den Bitcoin genau für diese Kunden zugänglich zu machen. Zuvor hatten Broker wie ETrade oder Robinhood ähnliche Pläne verkündet. Einer aktuellen Studie zufolge erwägt jeder zweite institutionelle Kapitalanleger einen Einstieg in den Kryptomarkt. Anfang Mai erklärte sogar Facebook, an einem eigenen Bezahlsystem zu arbeiten, das auf einer Kryptolösung basiert.

Die Attraktivität für Investoren ergibt sich dabei vor allem aus zwei Beweggründen. Zum einen "korreliert" der Bitcoin-Kurs nicht mit der Entwicklung klassischer Asset-Klassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen. Zum anderen ist die Welt der Kryptos unabhängig von den "Papierwährungen", die durch politische Krisen oder die Geldpolitik der Notenbanken bewegt werden. Auch diese Eigenschaft macht die Cyberwährungen als "Beimischung" in einem großen, breit gestreuten Portfolio interessant.

Terminkontrakte und ETF?

Dazu gibt es derzeit auch mehr Anlageinstrumente, mit denen Profis, aber auch Privatanleger in Bitcoin investieren können. Neben den direkten Möglichkeiten, an einer der vielen Handelsplätze die Coins direkt zu erwerben, haben gleich mehrere US-Terminbörsen Futures, also Terminkontrakte auf den Bitcoin im Angebot.

Auch die Hoffnung auf einen ETF, einen Indexfonds auf den Bitcoin besteht weiter. Die US-Börsenaufsicht SEC hat entsprechende Anträge mehrerer Fondsanbieter bislang stets aufgeschoben, eine klare Entscheidung "gegen" Bitcoin-ETFs gibt es aber auch nicht. Sollte diese Möglichkeit der Investition in die Kryptowelt bald geschaffen werden, dürfte dies eine Art Dammbruch darstellen, weitaus höhere Bitcoin-Kurse wären durch die höhere Nachfrage dann möglich.

AB

Quelle: boerse.ard.de
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