Wirecard Kreditkarte

Japanischer Investor Softbank will bei Wirecard einsteigen

Stand: 24.04.2019 19:18 Uhr

Einen Tag vor der Jahrespressekonferenz zaubert der unter Druck stehende Zahlungsabwickler Wirecard einen neuen Investor aus dem Hut: Der japanische Investor Softbank will sich an einer Schuldverschreibung der Bayern beteiligen.

Wie Wirecard am Mittwoch mitteilte, wollen die Japaner 900 Millionen Euro in eine Wandelschuldverschreibung des Konzerns investieren. Dazu will Wirecard eine Anleihe begeben, die nach Ablauf von fünf Jahren in gut 6,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 130 Euro je Stück gewandelt wird. Die Zahl der Aktien entspricht rund 5,6 Prozent des Grundkapitals von Wirecard.

Die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung unter Ausschluss des Bezugsrechts der aktuellen Anteilseigner soll auf der Hauptversammlung am 18. Juni genehmigt werden. Wie es weiter hieß, wollen Wirecard und Softbank eine strategische Partnerschaft eingehen.

Es sei eine Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") über eine Zusammenarbeit im Bereich digitaler Paymentlösungen unterzeichnet worden. Die Softbank-Gruppe unterstütze Wirecards Expansion nach Japan und Südkorea. Geplant sei auch, die Zusammenarbeit auf den Bereich digitaler Kreditvergabe zu erweitern. Softbank ist ein japanisches Beteiligungsunternehmen, das unter anderem mit rund 28 Prozent an dem chinesischen Onlinehandelskonzern Alibaba beteiligt ist, einem Pendant des US-Handelsriesen Amazon.

Unmut unter Großanlegern

Erst an diesem Dienstag war ein zweimonatiges Leerverkaufsverbot bei Wirecard ausgelaufen. Zuvor hatten Vorwürfe in Presseberichten den Aktienkurs des Unternehmens immer wieder unter Druck gebracht. Nach einer Untersuchung zu angeblichen Bilanzunregelmäßigkeiten sieht sich Wirecard als vollkommen entlastet an.

Weitere Kursinformationen zu Wirecard

Unter den Großanlegern regt sich Unmut. Wie das "Handelsblatt" berichtet, wirft Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Deka, Wirecard Undurchsichtigkeit vor. Das Problem bei solchen Unternehmen, die sehr schnell sehr groß werden, sei oft, dass auf den "Hygienefaktor" zu wenig geachtet werde.

Wirecard habe "To-dos", so der Manager der Fondsgesellschaft der Sparkassen. So sei der Aufsichtsrat nicht ausreichend vielfältig zusammengesetzt, was ein Grund für die jüngsten Probleme sein könne. Man müsse dem Unternehmen nun Zeit geben, seine interne Struktur aufzubauen.

"Völlig intransparent"

Vanda Heinen, Analysten mit Schwerpunkt Corporate Governance bei Union Investment, bemängelt in der gleichen Zeitung, dass Wirecard nicht schon früher, einen Prüfungsausschuss eingerichtet hat. "Um Vertrauen am Kapitalmarkt zurückzugewinnen, sollte ein renommierter und unabhängiger Rechnungslegungsexperte den Vorsitz übernehmen. Eine Personalunion von Aufsichtsrats- und Prüfungsausschussvorsitzendem lehnen wir ab."

Offenbar ist es auch für Großinvestoren wie die Fondsgesellschaften schwer, aus erster Hand Informationen über die Geschäfte von Wirecard zu erhalten. "Die Informationslage ist dermaßen undurchsichtig, dass es übertrieben wäre zu behaupten, dass wir bislang viel mehr wüssten, als über Medien verbreitet wird", zitiert das "Handelsblatt" einen Großanleger. Gespräche mit dem Aufsichtsratschef stünden an, die Situation sei "völlig intransparent".

B5 Börse 11.14 Uhr: Wirecard-Aktie mit Kurssprung

24.04.2019 19:31 Uhr

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lg

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 am 24. April 2019 um 11:15 Uhr.

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