Uber Auto | Bildquelle: ERIK S LESSER/EPA-EFE/REX

Fahrdienstvermittler Ubers Verluste und was dahintersteckt

Stand: 09.08.2019 09:22 Uhr

Der Fahrdienstvermittler Uber hat die Börse mit ziemlich schwachen Wachstumszahlen geschockt. Das klassische "Taxi"-Geschäft schwächelt bedenklich, nun muss das Unternehmen dringend neue Wachstumsfelder erschließen.

Wohin die Reise bei Uber gehen könnte, zeigt unter anderem das Geschäft mit der Lieferung von Essen "Uber Eats". Bei dieser Dienstleistung können Uber-Kunden bei ihren Lieblingsrestaurants Essen bestellen. Uber liefert es zum gewünschten Zeitpunkt an den gewünschten Ort.

In diesem Bereich legte der Umsatz im vergangenen Quartal um 72 Prozent auf 595 Millionen Dollar zu. Damit übertraf dieser Bereich das klassische Geschäft mit Fahrdiensten bei Weitem.

"Ridesharing" enttäuscht

Denn beim so genannten "Ridesharing" wuchs der Umsatz von April bis Juni nur um zwei Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar. Hier machte sich speziell die starke Konkurrenz im Geschäft außerhalb Nordamerikas bemerkbar. Während die Bruttoumsätze noch um 20 Prozent zulegen könnten, drückten hohe Ausgaben unter anderem für die Bezahlung der Fahrer auf den Nettoumsatz.

Insgesamt konnte das Unternehmen aus San Francisco seinen Umsatz um 14 Prozent verbessern.

Nicht genug Wachstum

Im Vergleich dazu hatte der direkte Konkurrent Lyft im vergangenen Quartal mit einem Erlöszuwachs von 72 Prozent auf 876 Millionen Dollar geglänzt.

In jedem Fall sind Ubers Wachstumszahlen ziemlich wenig für ein Unternehmen, das an der Börse derzeit mit rund 73 Milliarden Dollar bewertet wird. Zumal auch die Ergebnisentwicklung bedrohlich wirkt. Im ersten Quartal seit dem Börsengang lag der Verlust bei 5,2 Milliarden Dollar. Drei Viertel davon entfielen auf die bei jungen wachstumsstarken Unternehmen übliche Praxis, ihre Mitarbeiter mit eigenen Aktien zu bezahlen.

Doch auch ohne diese Faktoren hätte das Minus bei 1,3 Milliarden Dollar gelegen. Einmal mehr zeigt sich, dass der Konkurrenzkampf mit teuren Marketingausgaben massiv auf die Ergebnisse durchschlägt.

Mitarbeiter gehen und werden gegangen

Dass es um die Stimmung bei Uber nicht zum Besten steht, zeigen die Meldungen der vergangenen Wochen. Zahlreiche Topmanager haben das Unternehmen verlassen. Ende Juli schockte Uber mit der Meldung, 400 seiner 1.200 Marketing-Mitarbeiter zu entlassen.

Neben "Uber Eats" sollen zukünftig weitere neuartige Dienste dem Unternehmen frisches Wachstum bescheren. So testet Uber derzeit einen so genannten "Ride Pass", bei der Kunden für 15 bis 25 Dollar pro Monat vergünstigte Fahrten und einen Zugriff auf Miet-Elektrofahrräder und -Elektroroller erhalten.

Uber-Aktie bricht ein

Doch inwieweit sich das in Zukunft positiv auf die Geschäftsergebnisse von Uber auswirken wird, ist noch völlig unklar. Sicherheitshalber verabschiedeten sich viele Anleger im nachbörslichen Handel von der Uber-Aktie. Das Papier brach zeitweise um mehr als 13 Prozent ein auf 37,36 Dollar. Am Ende betrug das Minus noch 6,3 Prozent auf 40,25 Dollar.

Weitere Kursinformationen zu Uber

ME

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. August 2019 um 12:41 Uhr.

Darstellung: