Maschinen des Reiseanbieters TUI stehen Anfang Mai auf einem Rollfeld in Hannover. | Bildquelle: REUTERS

Corona-Krise TUI streicht weltweit 8000 Jobs

Stand: 13.05.2020 08:50 Uhr

Harte Zeiten in der Gute-Laune-Branche: Wegen des Tourismus-Einbruchs setzt der weltgrößte Reisekonzern Tui den Rotstift an und streicht rund jede zehnte Stelle. Die Tui will gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.

Die weltweiten Reisebeschränkungen haben den Reisekonzern aus Hannover hart getroffen. Das Sommerprogramm ist derzeit nur zu 35 Prozent ausgebucht. Alle Reisen bei Tui Deutschland sind bis Mitte Juni abgesagt. Zahlreiche Beschäftigte wurden in Kurzarbeit geschickt. Der Konzern musste bei der staatlichen Förderbank KfW einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro zur Überbrückung der Krise beantragen. Aktuell verfügt das Unternehmen über 2,1 Milliarden Euro liquider Mittel.

TUI-Logo
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Tui-Logo auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Hannover

Um für den harten Corona-Sommer gewappnet zu sein, verschärft die Tui ihren internen Sparkurs. Am Morgen verkündete Tui-Chef Friedrich Joussen den Abbau von 8.000 Stellen. Die Verwaltungskosten sollen um 30 Prozent sinken, Investitionen zurückgefahren werden.

Die Tui solle gestärkt aus der Krise hervorgehen, erklärte Tui-Chef Joussen. "Aber sie wird eine andere Tui sein und ein anderes Marktumfeld vorfinden als vor der Pandemie. Das macht Einschnitte erforderlich", erklärte Joussen.

Fast eine Milliarde Verlust im Winterhalbjahr

Bereits im Winterhalbjahr, das von Oktober bis Ende März dauerte, waren erste Corona-Spuren zu spüren. Der Verlust fiel mit 892,2 Millionen Euro mehr als zweieinhalb Mal so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank leicht um 0,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

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Verluste in der Wintersaison sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieser bringt im laufenden Jahr wegen der Viruskrise aber besondere Probleme. Flüge und Kreuzfahrten sind ausgesetzt, viele Länder haben das öffentliche Leben eingeschränkt, die Gastronomie ist ebenfalls schwer getroffen.

Tui rüstet sich für den harten "Corona-Sommer"

TUI-Maschine über Palma de Mallorca
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TUI-Maschine über Palma de Mallorca

Nun hofft die Tui auf die baldige Öffnung der Grenzen, um den Sommerurlaub noch zu retten. Der weltweit größte Reiseveranstalter bereitet die Hotels in Europa auf eine Eröffnung vor. "Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern", erklärte Tui. Der Konzern hofft, in den kommenden Monaten möglichst große Teile der im März fast komplett eingestellten Aktivitäten wieder aufzunehmen. In welchen Ländern die Kunden ab wann Urlaub machen können, ist aber vielerorts noch unklar.

Den Hotelbetrieb will Tui mit einem Zehn-Punkte-Plan schrittweise wieder aufnehmen. Dieser sieht zum Schutz vor Infektionen zum Beispiel vor, dass Kunden online einchecken können, Abstandsregeln greifen oder die Kapazitäten von Restaurants und Teilnehmerzahlen von Sport- und Unterhaltungs-Events verringert werden.

Urlaub auf "Malle" bald wieder möglich?

Tui-Chef Joussen hat die Hoffnung auf Urlaub außerhalb Deutschlands noch nicht aufgegeben. "Wir haben einen Gesundheitscheck für alle Urlaubsziele ausgearbeitet und werden Urlaub nur dort anbieten, wo er auch sicher ist. An erster Stelle steht dann sicherlich Mallorca", sagte er am Wochenende der "Bild am Sonntag". "Die Hotels dort haben einen Probelauf gemacht, können sofort starten und Gäste aufnehmen." Gut vorbereitet seien auch Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien und Dänemark.

Immerhin: Urlaub in Deutschland dürfte bald wieder leichter möglich sein. Für Ferienwohnungen oder Campingplätze gibt es bereits Lockerungen. Auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern sollen die ersten Tui-Hotels in den kommenden Tagen wieder öffnen. Allerdings rechnet die Branche mit einem großen Ansturm. Die ersten Hotels sind schon jetzt ausgebucht.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Mai 2020 um 11:00 Uhr.

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