Lockheed Martin Artillerie Raketen

Trump-Regierung America First auch beim Waffenhandel

Stand: 29.01.2018 13:27 Uhr

Das Waffengeschäft ist ein Wachstumsmarkt. Mit weitem Abstand an der Spitze steht die US-Rüstungsschmiede Lockheed Martin. Und Donald Trumps „Buy American“-Initiative soll jetzt dafür sorgen, dass Amerikas Waffengeschäfte noch weiter anziehen.

„Buy American, hire American“: Eines der wohl wichtigsten Wahlversprechen Donald Trumps  war es, neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Das sollte unter anderem funktionieren, indem US-Unternehmen bei Regierungsaufträgen bevorzugt werden. Aber jetzt hat Trump eine weitere Methode entdeckt, die US-Wirtschaft zu fördern.

US-Diplomaten sollen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters künftig die Werbetrommel für US-Rüstungsunternehmen rühren und so dafür sorgen, das Geschäft weiter anzukurbeln. Neben dem State Department soll natürlich auch das Pentagon eine aktive Rolle bei den Trump-Plänen spielen.

Milliardenumsätze für Lockheed Martin

Die zehn größten Rüstungskonzerne
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Die zehn größten Rüstungskonzerne

US-Waffen sind ohnehin bereits weltweit Exportschlager. Sieben der zehn erfolgreichsten Rüstungsunternehmen stammen aus den USA, die anderen drei aus Europa. An der Spitze liegt unangefochten Lockheed Martin, das Unternehmen hat im Jahr 2016 mehr als 40 Milliarden Dollar Umsatz mit Waffen erwirtschaftet.

Nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) haben die 100 größten Rüstungskonzerne der Welt Waffen und Waffensysteme für 374,8 Milliarden US-Dollar verkauft. Damit ist das Volumen so hoch wie zuletzt nach Ende des Kalten Krieges. Der US-Anteil an den weltweiten Waffenverkäufen beträgt nach Recherchen des Instituts rund 58 Prozent, der Anteil Deutschlands 1,6 Prozent.

Wie die ARD jüngst berichtete, hatte Deutschland im vergangenen Jahr an Drittstaaten, die nicht zur EU oder NATO gehören, Waffenexporte im Volumen von 3,79 Milliarden Euro genehmigt.

350 Milliarden Dollar aus Saudi-Arabien  

Lockheed Martin F-35 Kampfflugzeuge
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Lockheed Martin F-35 Kampfflugzeuge

Wie gut es Trump mit der Rüstungsindustrie meint, konnte man bereits im vergangenen Jahr beobachten, als die US-Regierung dem Verkauf des Raketenabwehrsystems Thaad (Terminal High Altitude Area Defense) an Saudi-Arabien für 15 Milliarden Dollar zugestimmt hatte. Davon wird erneut vor allem Lockheed Martin profitieren, auch wenn der Branchenkonkurrent Raytheon das System ebenfalls mitentwickelt.  

Bei Trumps Besuch in Riad im Mai 2017 wurde ferner vereinbart, dass Saudi-Arabien über einen Zeitraum von zehn Jahren US-Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen soll.

Während Menschenrechtler dieses Geschäftemachen als kurzsichtig und auf lange Sicht gefährlich einschätzen, jubelt der Aktienmarkt über die Schützenhilfe aus dem Weißen Haus. Der Aktienkurs der fünf größten US-Rüstungskonzerne hat sich in den vergangen fünf Jahren etwa verdreifacht. Alle notieren derzeit auf Rekordniveaus, wie Sie in unserer Chartserie sehen können. Das dürfte leider auch bei der europäischen Branche Begehrlichkeiten wecken und für Fantasie sorgen.  

ts

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Gewinne mit Rüstungsaktien: Trump rüstet auf

Lockheed Martin F35

Lockheed Martin F-35
Trump hatte sich im vergangenen Jahr wie gewohnt via Twitter kritisch über den hohen Preis des Kampfflugzeugs F-35 geäußert. Das Management reagierte und senkte den Preis für 90 Maschinen um 600 Millionen Dollar. Insgesamt sollen fast 3.000 Flugzeuge gekauft werden.

Quelle: boerse.ard.de
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