Das Logo des Juweliers Tiffany & Co. | REUTERS

US-Kette von Edeljuwelieren Tiffany-Übernahme durch LVMH vor dem Aus

Stand: 09.09.2020 15:36 Uhr

Die milliardenschwere Übernahme der Edeljuwelierkette Tiffany durch den Luxusgüterkonzern LVMH droht zu scheitern. Die Börse reagiert heftig.

Nach einer Reihe von Vorkommnissen, die die Übernahme beeinträchtigen könnten, sehe sich LVMH aus heutiger Sicht nicht in der Lage, den Zukauf wie geplant durchzuführen, teilte der französische Konzern mit. Zuvor war der LVMH-Verwaltungsrat zusammengekommen, um die angedachte Investition im Zuge der jüngsten Entwicklungen zu überprüfen, hieß es.

Demnach soll die Akquisition frühestens nach dem sechsten Januar erfolgen, weil ansonsten zusätzliche amerikanische Zölle auf Produkte aus Frankreich drohten. Außerdem hat Tiffany laut LVMH um eine Aufschiebung bis Jahresende gebeten, nachdem die bisherige Frist bereits nach hinten auf 24. November verschoben worden sei. Dies lehne LVMH ab: "Nach aktuellem Stand ist die Gruppe deshalb nicht in der Lage, die Akquisition von Tiffany auszuführen."

Tiffany will die Übernahme - unbedingt

Tiffany wiederum will offenbar weiter sehr gerne bei dem französischen Konzern unterschlüpfen, zu dem unter dem sich auch Louis Vuitton, TAG Heuer, Christian Dior oder die Belmond-Hotels gehören. Es sei Klage eingereicht worden, um die Übernahme zu erzwingen, teilte der amerikanische Konzern mit. Ziel sei ein Kauf zu den im vergangenen Jahr vereinbarten Bedingungen. Die Transaktion wäre mit vereinbarten 16,2 Milliarden Dollar der teuerste Deal in der Geschichte des französischen Unternehmens.

Die Börse scheint nicht mehr an die teure Übernahme zu glauben. Die Tiffany-Aktie brach im vorbörslichen Handel in Amerika um zeitweise 17 Prozent auf nur noch gut 100 US-Dollar ein. Die LVMH-Papiere zeigten sich im Gegensatz dazu unbeeindruckt.

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ME/dpa/rtr

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. September 2020 um 19:40 Uhr.