Das Tesla-Werk in Fremont | Bildquelle: AP

Trotz Corona-Krise Tesla bleibt auf der Gewinnspur

Stand: 23.07.2020 06:48 Uhr

Der Elektroauto-Pionier hat wieder einmal allen Zweifeln getrotzt: Ungeachtet der Corona-Epidemie fuhr Tesla das vierte Gewinnquartal in Folge ein. Die Anleger sind begeistert: Die Aktie rast weiter nach oben.

Nachbörslich zog das Tesla-Papier um sechs Prozent an. Seit März, als die Aktie für unter 400 Dollar zu haben war, hat sie sich damit mehr als vervierfacht und kommt damit auf eine Börsenkapitalisierung von mehr als 288 Milliarden Dollar. Seit Anfang des Jahres hat sich die Tesla-Aktie um rund 280 Prozent nach oben katapultiert.

Im Zeitraum von April bis Juni schaffte der E-Auto-Pionier einen Gewinn von 104 Millionen Dollar. Damit schrieb Tesla erstmals seit der Gründung im Jahr 2003 über zwölf Monate hinweg schwarze Zahlen. Angesichts von Produktionsausfällen und Absatzeinbußen in der Corona-Krise ist dies ein besonders großer Erfolg, auch wenn die Erlöse im Jahresvergleich insgesamt um rund fünf Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar sanken.

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Vier Gewinnquartale in Folge sind ein Kriterium für die Aufnahme in den S&P 500. Ob dies auch geschieht, war zunächst unklar. Über die Aufnahme entscheidet ein Komitee, einen festen Zeitplan gibt es nicht. Sollte Tesla in den Klub aufgenommen werden, müssten Index-Fonds rasch Tesla-Aktien kaufen - etwa 25 Millionen Stück, schätzt der ETF-Experte Ivan Cajic von Virtu Financial.

Jahresziel bestätigt

Trotz der ungewissen Lage angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den USA hält Tesla weiter an seinem ambitionierten Ziel fest, 2020 über 500.000 Autos auszuliefern. Die Kapazität sei vorhanden, es sei aber schwer absehbar, ob es zu weiteren Produktionsstörungen komme. Die Jahresprognose könne deshalb wenn nötig noch angepasst werden.

Dass der E-Auto-Pionier aus der Tech-Hochburg Silicon Valley die Corona-Pandemie besser wegsteckt als die Konkurrenz, hatten bereits die Anfang Juli veröffentlichten Auslieferungszahlen für das zweite Quartal gezeigt. Während der Automarkt insgesamt starke Absatzeinbußen verkraften musste, brachte Tesla dank der starken Nachfrage nach seinen Modellen 3 und Y mit knapp 91.000 Fahrzeugen nur fünf Prozent weniger an die Kundschaft als im Vorjahreszeitraum.

Neues Werk nahe Austin in Texas

In einer Konferenzschalte nach der Bilanzvorlage bestätigte Musk zudem, dass Teslas zweites US-Autowerk neben dem Stammwerk im kalifornischen Fremont in Texas nahe der Stadt Austin entstehen wird. "Wir werden eine atemberaubende Fabrik direkt am Colorado River bauen", kündigte Musk an. Dort sollen neben Model 3 und Model Y der Elektro-Pick-up Cybertruck und der Sattelschlepper Semi hergestellt werden. Der Bau von Teslas erstem europäischen Werk in Grünheide bei Berlin komme derweil ebenfalls sehr gut voran.

ARD-Börse: Genie oder Wahnsinn? Der Hype um Tesla aus Börsensicht

23.07.2020 16:19 Uhr

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Tesla hat bislang in den USA nur eine Autofabrik in Fremont. Ein weiteres Autowerk wurde in Shanghai eröffnet, eines entsteht in Grünheide bei Berlin. Neben den Autowerken betreibt Tesla noch ein Batteriewerk in Nevada und eine Fabrik in New York, die vor allem Solaranlagen herstellt. Angesichts der großen Nachfrage insbesondere nach dem neuen Model Y müssen zügig neue Fertigungsstätten her.

rm/nb

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Die Höhepunkte der Tesla-Geschichte

Marc Tarpenning (l) und Martin Eberhard

Juli 2003: Gründung von Tesla
Martin Eberhard und Marc Tarpenning gründen Tesla - noch unter dem Namen Tesla Motors. Die beiden Ingenieure glauben an die Zukunft des Elektroautos und sind erbost über General Motors. Der Autokonzern hatte zuvor seine verleasten Elektroautos vom Modell EV1 wieder einkassiert und verschrottet.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Juli 2020 um 07:15 Uhr.

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