Tesla

"Battery Day" Stellt Tesla die Autobatterie der Zukunft vor?

Stand: 22.09.2020 06:45 Uhr

Tesla dürfte heute eine Batterie vorstellen, die eine Lebensdauer von einer Million Meilen aufweist. Doch weitere Wunderdinge des Elektroautopioniers erscheinen nicht ausgeschlossen. Und was macht eigentlich die Konkurrenz?

Von Mark Ehren, boerse.ARD.de

Elon Musk
galerie

Tesla-Chef Elon Musk

Wenn Elon Musk, Chef des weltweiten Marktführers von Elektroautos, neue Batterien vorstellen will, spitzt eine ganze Industrie die Ohren. Heute Abend ist es soweit, dann veranstaltet Tesla den "Battery Day", der ursprünglich bereits im Frühjahr stattfinden sollte. Optimisten erwarten bahnbrechende Neuigkeiten.

Denn Musk hatte bereits im Vorfeld angedeutet, dass sein Unternehmen in drei bis vier Jahren Akkus mit 50 Prozent Energiedichte produzieren werde. Eine höhere Energiedichte ist einer der Schlüsselfaktoren zur Erhöhung der Reichweite. Außerdem könnte Tesla selbst in die Produktion von Batteriezellen einsteigen. Die "Gigafactories" des Konzerns würden dann zu "Terafactories" wachsen. Denn um die stark steigende Zahl an Elektroautos versorgen zu können, wird eine jährliche Batterieproduktion im Terawattstunden-Bereich benötigt.

Weitere Kursinformationen zu Tesla

Lucid greift an

Lucid Motors
galerie

Prototyp von Lucid Motors

Deutliche Fortschritte wird Tesla durchaus brauchen können, denn die Konkurrenz schläft nicht. Noch ist Teslas Model S mit rund 650 Kilometern das reichweitenstärkste Fahrzeug. So stellte der neue Wettbewerber Lucid Motors erst vor kurzem mit dem Lucid Air ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 830 Kilometern vor. Das sind 28 Prozent mehr als beim Model S, obwohl die Batterie des Lucid Air nur 13 Prozent größer ist. Der besonders windschlüpfrige (cW 0,21) Air arbeitet darüber hinaus mit einer Spannung von 924 Volt. Das ist absoluter Rekord im Automobilbau und verspricht extrem schnelle Ladezeiten.

Das Auto, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll, dürfte für Aufmerksamkeit sorgen. Denn der Lucid-Chef ist der ehemalige Tesla-Chefingenieur Peter Rawlinson. Einer der wichtigsten Geldgeber ist der Staatsfonds Saudi-Arabiens - immer auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen abseits des Erdöls.

Toyota und VW wollen es wissen

VW ID.3
galerie

VW ID.3

Auch die weltgrößte Autokonzerne Toyota und Volkswagen geben nun immer stärker Strom. Toyota hat seine Fokussierung auf Hybrid-Antriebe und Wasserstoff aufgegeben und will nun viel stärker als vor einigen Jahren geplant reine Elektroautos auf den Markt bringen.

Skoda Enyaq
galerie

Skoda Enyaq

Auch Volkswagen hat seine Investitionen für Elektroautos zuletzt massiv erhöht - und das mit durchaus beachtlichem Erfolg. So liegt der Volkswagen-Konzern mit seinen neuesten Modellen ID.3 und Skoda Enyaq bei der Reichweite nur noch knapp zehn Prozent unter vergleichbaren Tesla-Modellen. Bei allerdings deutlich niedrigeren Preisen.

BMW Concept iX3
galerie

BMW Concept iX3

Damit liegt Volkswagen deutlich besser im Rennen als beispielsweise die Konkurrenz aus München und Stuttgart. BMW und Daimler tun sich bisher deutlich schwerer, wirklich reine Elektroautos auf den Markt zu bringen. Insbesondere BMW setzt im Zuge seiner "Technologieoffenheit" in erster Linie auf Modelle, in die sich neben Elektroantrieben auch Hybridantriebe und reine Verbrennungsmotoren einbauen lassen. Die Folge ist ein geringeres Platzangebot, zum Beispiel durch platzfressende Kardantunnel und durch viel zu lange Motorhauben, die Platz für großvolumige Verbrennungsmotoren bieten. Das ist nicht besonders geschickt, denn der Antrieb befindet sich bei reinen Elektroautos an den Achsen.

Uneinholbar?

Experten wie Patrick Hummel von der UBS rechnen damit, dass Tesla seinen Kosten- und Technologievorsprung für weitere Jahre festigen wird. "Autopapst" Ferdinand Dudenhöffer geht sogar noch weiter: "Musk ist eine Innovationsmaschine. Deshalb wird Tesla immer einen Vorsprung haben."

Mal sehen, wie groß der Vorsprung nach dem "Battery Day" sein wird.

alt Ferdinand Dudenhöffer

"Tesla wird immer einen Vorsprung haben"

Anleger warten mit großer Spannung auf Teslas "Battery Day". Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen ist sich sicher, dass der Tesla-Chef noch ein Ass im Ärmel hat - mindestens.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. September 2020 um 18:40 Uhr.

Darstellung: