Telekom-Zentrale in Bonn

Umsatz und Ergebnis wachsen US-Geschäft macht Telekom stark

Stand: 08.08.2019 11:18 Uhr

Das zweite Quartal ist für die Deutsche Telekom gut gelaufen. Vor allem bei T-Mobile US läuft es glänzend. Die Tochter zieht viele neue Kunden an und liefert fast die Hälfte des Konzerngewinns.

Der Umsatz von Europas größtem Telekommunikationskonzern kletterte im zweiten Quartal zum Vorjahresquartal um 7,1 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg ebenso stark auf 6,28 Milliarden Euro. Ohne Zukäufe und Wechselkurseffekte wäre das Wachstum jeweils nur knapp halb so groß gewesen. Mit den Werten übertraf die Telekom die Analystenschätzungen leicht.

Auf das erste Halbjahr gesehen stieg der Umsatz - um Wechselkurseffekte bereinigt - um 3,2 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda ohne Leasingkosten stieg um 3,7 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Fast die Hälfte davon entfiel auf die US-Tochter, die alleine im zweiten Quartal 1,8 Millionen neue Kunden hinzugewann. Im Heimatmarkt Deutschland wuchs die Telekom ebenfalls, allerdings weniger stark.

Höttges liefert wie versprochen

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG
galerie

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

„Im ersten Halbjahr 2019 entwickelten sich unsere Geschäfte überall gut“, sagte Firmenchef Tim Höttges. „Wir sind deshalb in der Lage, die Ergebnisse zu liefern, die wir versprochen haben.“

Noch immer ist aber nicht ganz klar, wie es mit T-Mobile US weitergeht. Die milliardenschwere Übernahme des Rivalen Sprint ist von den Aufsichtsbehörden zwar mit Auflagen genehmigt. Allerdings ist noch eine Wettbewerbsklage von mehreren Bundesstaaten anhängig, die sich noch über Monate hinziehen könnte. Vorher will T-Mobile-Chef John Legere den Deal nicht abschließen. Das im April vergangenen Jahres angekündigte Großprojekt, mit dem jährlich über sechs Milliarden Dollar an Einsparungen herausgeholt werden sollen, steht damit weiter unter Vorbehalt.

Auch darüber hinaus hat die Telekom Sorgen. In Deutschland belasten hohe Ausgaben für die Mobilfunklizenzen (2,2 Milliarden Euro) und für den Netzausbau die Kasse - was Investoren tendenziell abschreckt.

Was macht die Aktie?

Mitte 2017 sah es für die nicht gerade verwöhnten T-Aktionäre kurz danach aus, als könnte sich der Kurs ihrer Papiere endlich Richtung 20 Euro bewegen. Doch der Abstecher über 18 Euro blieb ein kurzes Vergnügen, und seitdem ging es tendenziell wieder abwärts. Aktuell liegt die Aktie bei rund 14,50 Euro. Auf die letzten zwölf Monate betrachtet hat sie sich mit plus drei Prozent zwar kaum vom Fleck bewegt, liegt damit aber immer noch besser als der Branchenschnitt.

Weitere Kursinformationen zu Deutsche Telekom

ts/dpa/rtr

alt Telekom Dividende

Magere Zeiten für Telekom-Aktionäre?

Die T-Aktie schlummert in zahlreichen Depots. Anleger der ersten Stunde, die sich von den Werbespots mit Manfred Krug verführen ließen, sitzen noch auf hohen Verlusten. Ein Trost war für viele die beständig hohe Dividende. Doch die Dividende wackelt.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. August 2019 um 10:00 Uhr.

Darstellung: