Telekom T-Aktie

Richter genehmigt Milliardendeal T-Mobile und Sprint könnten fusionieren

Stand: 11.02.2020 14:51 Uhr

Was lange währt, wird endlich gut: Bei ihrer geplanten Fusion mit dem Rivalen Sprint ist die Telekom-Tochter T-Mobile US einen großen Schritt weitergekommen. Jetzt bleibt nur noch eine Hürde.

Der zuständige Richter Victor Marrero stimmte dem mehr als 26 Milliarden Dollar teuren Deal zu, wie aus seinem heute veröffentlichten Urteil hervorgeht. T-Mobile und Sprint hatten ihren Zusammenschluss bereits im April 2018 vereinbart.

T-Mobile will die Fusion möglichst bis zum 1. April abschließen, muss jedoch weitere mögliche Gerichtsverfahren abwarten. So erwägt die Staatsanwältin des Bundesstaates New York, Letitia James, Berufung gegen das heute Urteil einzulegen.

Bei Anlegern sorgte die Zustimmung von Richter Marrero dennoch für Begeisterung. Die Sprint-Aktie schoss im vorbörslichen US-Handel um gut 70 Prozent in die Höhe, während T-Mobile um 9,5 Prozent zulegt. In Frankfurt steigen die Aktien der Deutschen Telekom um über vier Prozent.

Großer Erfolg

Die Ungewissheit um den Zusammenschluss hatte zuvor vor allem die Papiere des kleineren und hoch verschuldeten Fusionspartners Sprint stark belastet. Die Skepsis an der Wall Street war zeitweise sehr groß. T-Mobile und Sprint wollten schon in den Vorjahren zusammengehen, was unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert war.

Für die Telekom und ihre US-Tochter ist das positive Urteil ein großer Erfolg. Die Fusion war bereits im April 2018 vereinbart worden, doch aufgrund kartellrechtlicher Bedenken stockte das Großprojekt seit bald zwei Jahren.

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Küstenstaaten hatten geklagt

Zwar hatten die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums bereits unter Auflagen grünes Licht gegeben und auch die Branchenaufsicht FCC stimmte schon zu. Doch 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington hatten gegen die Hochzeit der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker geklagt.

Das von den großen US-Küstenstaaten New York und Kalifornien angeführte Klägerbündnis fürchtete, dass die Fusion dem Wettbewerb schadet, was Jobverluste und Preiserhöhungen verursache. Im Dezember war es in New York zum Showdown vor Gericht gekommen - bei den zweiwöchigen Verhandlungen sagten auch Telekom-Boss Tim Höttges und T-Mobile-Chef John Legere als Zeugen aus.

127 Millionen Kunden

Das US-Analysehaus Bernstein Research hatte die Einstufung für T-Mobile US nach den Meldungen über die bevorstehende Erlaubnis für die geplante Fusion mit Sprint auf "Outperform" mit einem Kursziel von 104 Dollar belassen.

Die Fusion hat enorme Dimensionen. Laut früheren Angaben von T-Mobile und Sprint ergäbe sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Dollar. T-Mobile hatte zuletzt einen Börsenwert von gut 72 Milliarden Dollar, Sprint brachte es auf knapp 20 Milliarden. Die Telekom kalkuliert wegen geringerer Kosten etwa beim Netzausbau mit Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Dollar jährlich.

Auch eine politische Dimension

Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung des Plans gut 26 Milliarden Dollar wert. Eine herbe Schlappe ist das Urteil für das von den großen US-Staaten New York und Kalifornien angeführte Klägerbündnis, das sich mit dem Rechtsstreit auch gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump in Washington gestellt hatte.

Bundesregierung will ihre Telekom-Anteile behalten

Die Bundesregierung bewertet die Beteiligung an der Deutschen Telekom als strategisch wichtig und will an dem Unternehmen künftig mindestens eine Sperrminorität halten. Dafür sprächen sicherheitspolitische Interessen des Bundes, heißt es im Beteiligungsbericht der Regierung. Zusammen mit den bei der staatlichen Förderbank KfW liegenden Anteilen gehören dem Bund knapp 32 Prozent der T-Aktien.

lg/dpa

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Februar 2020 um 15:00 Uhr.

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