Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair am Flughafen Frankfurt am Main. | Bildquelle: dpa

Probleme beim Billigflieger 737-Probleme bremsen Ryanair aus

Stand: 04.11.2019 11:41 Uhr

Wegen des anhaltenden Flugverbots für den 737-Max von Boeing senkt der Billigflieger Ryanair seine Wachstumsprognose und rechnet mit weniger Passagieren. Im ersten Geschäftshalbjahr stagnierte der Gewinn.

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist die gute Laune vergangen. Fast monatlich muss er aufgrund des 737-Max-Desasters von Boeing die Ziele seines irischen Billigfliegers überprüfen. Wenn sich die Auslieferung noch weiter verzögere, müsse Ryanair den geplanten Ausbau seines Flugangebots möglicherweise noch stärker verringern als bislang, sagte O'Leary Mitte September.

Auslieferung der ersten 737-Max erst im März 2020?

Ryanair rechnet nun frühestens im März oder April nächsten Jahres damit, seine erste 737-Max zu erhalten. Im Sommer hatte der Billigflieger noch die erste Maschine noch für Anfang 2020 erwartet. "Das Risiko einer weiteren Verzögerung wächst", räumte O'Leary am Montag ein.

Weitere Kursinformationen zu Ryanair

Die 737-Max-Krise bremst das Passagierwachstum. Für das kommende Geschäftsjahr 2020/21 peilt Ryanair nun nur noch 157 Millionen Fluggäste an. Im Juli war die Fluggesellschaft noch von 162 Millionen Passagieren ausgegangen.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2019/2020 wuchsen die Passagierzahlen noch kräftig um elf Prozent auf 85,7 Millionen. Dennoch stagnierte der Gewinn bei 1,15 Milliarden Euro.

Gewinnprognose eingeengt

Für das gesamte Geschäftsjahr engte Ryanair-Chef O'Leary die Gewinnspanne ein. Europas größter Billigflieger stellt sich nun auf einen Überschuss von 800 bis 900 Millionen Euro ein. Bisher hatte das Unternehmen 750 bis 950 Millionen Euro anvisiert. Im Winterhalbjahr schreiben Airlines meist rote Zahlen.

Bereits Anfang des Jahres hatte Ryanair-Chef O'Leary vor einem schwierigen Jahr gewarnt. Der Billigflieger leidet nicht nur unter dem 737-Max-Debakel, sondern auch unter den Brexit-Wirren und dem Preiskampf. O'Leary wettert am liebsten gegen die Lufthansa, weil sie seiner Meinung nach "Überkapazitäten zu Preisen unterhalb der Kosten" vermarkte.

Aktien im Aufwind

Die Aktien von Ryanair legen am Montagmorgen um über zwei Prozent zu. Analysten hatten noch schlechtere Zahlen befürchtet. Die Papiere des irischen Billigfliegers haben sich seit dem Jahrestief im August aufgerappelt und rund 40 Prozent gewonnen.

Ryanair sieht sich als grünste Airline Europas. Mit 66 Gramm CO2 pro Passagier stoße der Billigflieger am wenigsten Kohlendioxid unter den größeren Fluggesellschaften aus, betonen die Iren immer wieder.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. November 2019 um 12:41 Uhr in der Wirtschaft.

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