Ryanair

Gewinneinbruch beim Billigflieger Ryanair leidet unter dem Preiskampf

Stand: 20.05.2019 08:55 Uhr

Wie billig wird es noch werden? Der Preiskampf in der Luftfahrtbranche brockt Ryanair einen massiven Gewinnrückgang ein. Auch für das laufende Geschäftsjahr sind die Aussichten eher trübe.

In den zwölf Monaten bis Ende März sank der Gewinn der Billigairline Ryanair um rund 39 Prozent auf 885 Millionen Euro. Ohne die Anlaufverluste bei Laudamotion hätte der Gewinn bei etwas mehr als einer Milliarde Euro gelegen und damit am unteren Rand der Anfang Januar gesenkten Prognose. Der Umsatz zog um knapp acht Prozent auf 7,7 Milliarden Euro an.

Grund für den massiven Rückgang sind der Preiskampf in der Luftfahrtbranche, Anlaufverluste bei der übernommenen Fluglinie Laudamotion sowie gestiegene Ölpreise und Kosten für Personal.

Auch bei der Konkurrenz läuft es durchwachsen

Nach einem deutlichen Gewinnrückgang blickt der Konkurrent von Easyjet und Lufthansa nun vorsichtig auf das laufende Jahr. Zwar rechnet der Konzern für die zwölf Monate bis Ende März 2020 mit einem Anstieg der Passagierzahlen um acht Prozent auf 153 Millionen Euro. Der Gewinn wird indes zwischen 750 Millionen und 950 Millionen Euro taxiert. Dies hänge davon ab, wie stark die Erlöse pro Passagier gesteigert werden könnten. 

Auch beim Konkurrenten Easyjet waren die jüngsten Halbjahreszahlen wegen des teuren Treibstoffs und der gesunkenen Ticketpreise schwach ausgefallen. Für den Sommer sagte Easyjet-Chef Lundgren keine berauschende Entwicklung voraus. Die Unsicherheit über den Austritt Großbritanniens aus der EU helfe Easyjet nicht dabei, möglichst viele Flugtickets zu auskömmlichen Preisen zu verkaufen.

Angebot aus Deutschland wächst

Das Angebot von Billigflügen aus Deutschland ist einer Studie zufolge weiter gewachsen. Die Verbraucher können dabei trotz steigender Kerosinpreise auf weitere Preissenkungen hoffen. Bei Testkäufen in diesem Frühjahr lag die Spanne bei den untersuchten Gesellschaften zwischen knapp 50 und 106 Euro pro Strecke, wie aus einer regelmäßigen Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren noch zwischen 53 und 117 Euro fällig.

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Laut Studie ist das Angebot aus Deutschland trotz der Air-Berlin-Pleite weiter gewachsen. In einer Woche im Januar waren mit 5320 Flügen rund 500 Low-Cost-Flüge mehr geplant als ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte wurde von der Lufthansa-Tochter Eurowings abgeflogen, es folgten die europäischen Marktführer Ryanair und Easyjet. Im Sommer wird noch wesentlich mehr geflogen: In einer Woche im Juli 2018 hatte die DLR 6.750 Billigflüge gezählt.

ts/dpa

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 am 20. Mai 2019 um 11:13 Uhr.

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