Oracle-Gründer Larry Ellison

Oracle-Gründer Larry Ellison Der "harte Hund" wird 75

Stand: 17.08.2019 07:30 Uhr

Larry Ellison ist Gründer und immer noch starke Hand des Software-Riesen Oracle. Sein Ruf als "harter Hund" ist legendär. Am Wochenende wurde der durchsetzungsstarke vielfache Milliardär 75 Jahre alt.

"Ich bin süchtig nach Siegen. Je mehr du gewinnst, desto mehr willst du gewinnen", sagte Larry Ellison einmal über sich. Und gewonnen hat Ellison schon häufig in seinem Leben. Mit einem geschätzten Vermögen von 57 Milliarden Dollar steht er im Bloomberg Billionaires Index auf dem neunten Platz.

In seiner Heimat, dem Silicon Valley, hat es bisher niemand geschafft an Ellison vorbeizuziehen. Hier in Kalifornien legte er die Grundlage für seinen märchenhaften Aufstieg.

Der 17. August 1944 in New York geborene Ellison war 1966 nach dem Tod seiner Stiefmutter und einem abgebrochenen Mathematikstudium mittellos nach Kalifornien gekommen. Dort machte er zunächst in der Computerbranche Karriere, bevor er elf Jahre später die Firma Software Development Laboratories gründete, die rasch in Oracle umbenannt wurde.

Oracle - der erste macht das Rennen

Den Durchbruch erreichte Ellison zwei Jahre später, als Oracle als erster Anbieter die Software für eine relationale Datenbank auf den Markt brachte  - zwei Jahre vor dem Konkurrenten IBM. 

In den Jahren danach wuchs Oracle stürmisch. 1986 folgte der Börsengang. Kurz danach kam es zur ersten Krise, denn Ellison schien sich mehr für Prominenz und Glamour als für das Geschäft seines Unternehmens zu interessieren.

Larry Ellison
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Ist "süchtig nach Siegen": Larry Ellison

Doch der Top-Manager fing sich und Oracle expandierte in den Bereich Unternehmenssoftware. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten kaufte Ellison Unternehmen gleich Dutzendweise und rückt so immer mehr an den deutschen Konkurrenten SAP heran.

Ellison und Plattner

Eine besonders innige Feindschaft verbindet Ellison mit SAP-Mitbegründer Hasso Plattner. "Wer will, dass seine Programme alle reibungslos zusammenarbeiten, vertraut besser auf Oracle statt auf SAP", sagte Ellison einmal über die Walldorfer.

Doch nicht nur in geschäftlicher Sicht sind sich die beiden schon häufig in die Quere gekommen. Beide Manager sind Freunde des Segelsports - und auch dort schärfste Konkurrenten.

Für das Segeln tut er alles

Eine Geschichte wird dabei gerne herumgereicht. So sollen Plattner und seine Crew der Mannschaft von Ellison während einer Regatta ihre blanken Hintern gezeigt haben. Denn diese soll nach einem Mastbruch von Plattners Boot lachend vorbeigefahren sein und nicht geholfen haben.

Für das Thema Segeln lässt Ellison praktisch alles stehen und liegen. Im Jahr 2013 versetzte er mehr als 1.000 Teilnehmer seiner Hausmesse "Oracle Open World", die auf eine Rede von ihm warteten. Der Milliardär sah sich lieber in der San Francisco Bay die Wettfahrt um den legendären "America's Cup" an. Immerhin lohnte sich es sich für Ellison, denn seinem Oracle-Team gelang beim Segelwettbewerb eine der größten Sensationen der Sportgeschichte. Einen 1:8-Rückstand verwandelte sein Team in einem 9:8-Sieg. Angeblich kostete Ellison dieses Segel-Engagement 200 Millionen Dollar.

Noch mehr ließ er für den Kauf einen Großteil der hawaiianischen Insel Lanai springen, für die er je nach Schätzung zwischen 300 und 600 Millionen Dollar hinblätterte. Und auch seine insgesamt vier Ehen mit den dazugehörenden vier Scheidungen dürften für den Besitzer eines abgerüsteten Kampfjets nicht ganz billig gewesen sein. Für seinen zivilen Privatjet erstritt er nach einem jahrelangen Kampf vor Gericht eine nächtliche Start- und Landeerlaubnis auf dem heimischen Flughafen im Silicon Valley.

Andere dürften bei Oracle ran

Doch mit zunehmendem Alter hat es Ellison zumindest geschafft, auch mal loszulassen. Das Tagesgeschäft bei Oracle leiten seit seinem 70. Geburtstag die Vizepräsidenten Mark Hurd und Safra Catz, Ellison ist aber immer noch Präsident und Technologiechef.

Als Hewlett-Packard im Jahr 2010 seinen heutigen Co-Chef Hurd wegen einer angeblichen Liebelei innerhalb des Unternehmens entlassen hatte, stellte Ellison diesen umgehend ein und sagte: "Der HP-Vorstand hat soeben die schlechteste Personalentscheidung getroffen, seit die Idioten vom Apple-Vorstand Steve Jobs gefeuert haben."

Mit Jobs war Ellison eng befreundet, noch wenige Tage vor dem Tod des Apple-Gründers gingen die beiden miteinander spazieren.

Neues Hobby: Tesla

Inzwischen hat Ellison einen neuen "engen" Freund gefunden - Tesla-Chef Elon Musk. Der Jubilar hält knapp zwei Prozent der Tesla-Aktien und ist Mitglied des Verwaltungsrats.

So richtig ruhig scheint Ellison also doch nicht werden zu wollen.

ME

Quelle: boerse.ard.de
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