Ein Spezialschiff verlegt die Rohre für die Ostseepipeline Nord Stream 2 | dpa

Gegen den Willen der USA Bau von Nord Stream 2 fortgesetzt

Stand: 11.12.2020 17:48 Uhr

Der Bau der deutsch-russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 ist am Freitag wieder aufgenommen worden. Trotz Widerstand: Die US-Regierung will die Vollendung der zum großen Teil fertigen Gasleitung verhindern und droht mit Sanktionen für Firmen, die an dem Projekt beteiligt sind.

Der Bau der deutsch-russischen Pipeline Nord Stream 2 ist am Freitag wieder aufgenommen worden, so berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Pipeline ist bereits zu 94 Prozent fertiggestellt und soll bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland pumpen. Das Projekt hat rund 9,5 Milliarden Euro gekostet.

Investoren sind laut dem Bericht bereits im Vorfeld über die Wiederaufnahme der Arbeiten unterrichtet worden. Der Chef des österreichischen Energieunternehmens OMV, Rainer Seele, berichtete dies bereits am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

USA wollen keine Abhängigkeit der Europäer

Vor einem Jahr wurden die Arbeiten gestoppt, nachdem die USA ein Sanktionsgesetz gegen die Spezialschiffe erlassen hatte, die die Rohre für die Pipeline verlegen. Die USA haben seit langem gegen das Projekt opponiert. Sie wollen eine aus ihrer Sicht zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas verhindern. Die USA sind selbst einer der größten Produzenten von Flüssiggas, das eine Alternative zu russischem Erdgas bei der Energieversorgung Deutschlands sein könnte.

Die Fertigstellung des Baus könnte aber kurz vor Abschluss noch auf weitere Probleme stoßen. Die Region gilt als Vogelschutzgebiet und hat Anfang des Jahres wegen der Überwinterung von Vögeln strengere Auflagen als jetzt. Die Genehmigung vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gilt nur noch für Dezember.

Europäisches Konsortium

Allerdings hat die Nord Stream 2 AG bereits eine neue Erlaubnis für den Weiterbau für 2021 beantragt. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht zu den Bauaktivitäten. Neben der österreichischen OMV wird die Pipeline auch von den deutschen Konzernen Wintershall Dea und Uniper finanziert. Auch die niederländisch-britische Shell und die französische Engie aus Frankreich sind bei North Stream 2 an Bord.

AB

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2020 um 19:00 Uhr.