Geparkte Lufthansa-Maschinen auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld | OLIVER LANG/EPA-EFE/Shutterstock

Buchungszahlen steigen Lufthansa hofft auf den Sommer

Stand: 11.12.2020 12:48 Uhr

Die Aussicht auf eine größere Zahl von Corona-Impfungen in den kommenden Monaten weckt das Interesse der Deutschen an Flugreisen. Lufthansa meldet stark steigende Buchungszahlen für den Sommer.

Die Lufthansa sieht nach einer langen Durststrecke dank der bevorstehenden Zulassungen von Corona-Schutzimpfungen eine Belebung ihres Geschäfts. "Seit eine konkrete Aussicht auf einen wirksamen Impfstoff besteht, haben sich unsere Buchungen für den nächsten Sommer verdreifacht", so Konzernchef Carsten Spohr gegenüber der "Wirtschaftswoche".

Nach dem Krisenjahr 2020 sieht der Lufthansa-Chef für 2021 bereits wieder Buchungszahlen, die im Schnitt die Hälfte des Niveaus von 2019 erreichen sollen. Für den Sommer und den Herbst kalkuliert die Fluggesellschaft danach sogar mit bis zu 70 Prozent der Vergleichszahlen aus dem Vor-Corona-Jahr.

Vor wenigen Tagen hatte die Airline gemeldet, dass auch die Buchungszahl zum Jahresende sich deutlich erhöht habe. Laut Vorstand Harry Hohmeister haben sich die Buchungen über Weihnachten und Silvester zum Teil verfünffacht.

Der Geldabfluss kann 2021 gestoppt werden

Die steigende Nachfrage nach Flugreisen könnte das Unternehmen wirtschaftlich schneller stabilisieren als viele Experten dies zuletzt erwartet haben. Laut Spohr könnte die Lufthansa im Jahr 2022 wieder profitabel arbeiten. Der Abfluss liquider Mittel könnte 2021 gestoppt werden. Der Konzern hatte im Frühjahr Verluste von einer Million Euro pro Stunde verschmerzen müssen. Ende Oktober war diese Verlustrate immerhin schon einmal halbiert worden.

Sollte die Gewinnzone erreicht werden, dürfte auch die Bundesregierung ihre Beteiligung an dem Unternehmen wieder abbauen. Der Bund war im Sommer im Rahmen eines Hilfspakets über insgesamt neun Milliarden Euro als Anteilseigner bei der Lufthansa eingestiegen und hält rund ein Fünftel der Anteile. Teil des Rettungspakets ist auch ein Kredit der staatlichen Förderbank KfW. Von den neun Milliarden Euro habe man dank harter Einsparungen aber erst rund drei Milliarden Euro abgerufen, so Spohr.

Fracht durch Massenimpfungen stark gefragt

Anders als im Passagiergeschäft konnte die Lufthansa im Frachtbereich in den vergangenen Monaten bereits wieder annähernd alte Niveaus erreichen. Durch die weltweiten Massenimpfungen kann sich die Sparte nun sogar noch auf eine Sonderkonjunktur in den kommenden Monaten einstellen. Laut Frachtvorstand Peter Gerber rechnet Lufthansa Cargo mit einem Höhepunkt der Transportaufträge zwischen Mai und Juni 2021.

Trotz der verbesserten Buchungssituation plant das Unternehmen aber drastische Sparmaßnahmen, denen auch viele Tausend Stellen zum Opfer fallen werden. Zuletzt hatten Medien berichtet, dass bis zum Jahresende rund 29.000 Arbeitsplätze bei dem Konzern bis zum Jahresende abgebaut werden, davon 20.000 im Ausland. Die Lufthansa würde dann noch 109.000 Menschen beschäftigen.

AB

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.