Der Hamburger Hafen | Bildquelle: dpa

ZEW-Konjunkturindex Von einem Tief ins nächste

Stand: 13.08.2019 12:49 Uhr

Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten so negativ ein wie seit 2011 nicht mehr. Der ZEW-Index bricht im August regelrecht ein – die Themen, die die Wirtschaft umtreiben, sind altbekannt.

ZEW-Chef Achim Wambach
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ZEW-Chef Achim Wambach

Das Barometer für die Erwartungen deutscher Finanzexperten für das nächste halbe Jahr fiel im August um 19,6 auf minus 44,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 193 Analysten und Anlegern mitteilte.

Dieser dramatische Rückgang überrascht: Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf minus 28,5 Zähler gerechnet. Die aktuelle Lage bewerteten die Börsianer ebenfalls deutlich schlechter. Der Wert sank um 12,4 auf minus 13,5 Zähler.

„Risiko eines globalen Abwertungswettlaufs“

„Die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, das damit verbundene Risiko eines globalen Abwertungswettlaufs sowie die gestiegene Wahrscheinlichkeit für einen No-Deal-Brexit treffen auf ein ohnehin abgeschwächtes Wirtschaftswachstum“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die Entwicklung der deutschen Exporte und der Industrieproduktion dürfte sich weiter verschlechtern.“

„Die Konjunkturerwartungen enttäuschen erneut und liegen deutlich unter den Erwartungen“, kommentiert Helaba-Experte Patrick Boldt. Die Datenveröffentlichung verstärke tendenziell die Spekulationen auf eine Zinssenkung seitens der EZB in der nächsten Woche, so der Fachmann.

Im zurückliegenden zweiten Quartal dürfte Europas größte Volkswirtschaft nach Prognose der von Reuters befragten Ökonomen um 0,1 Prozent geschrumpft sein. Zu Jahresbeginn war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent gewachsen. Viele Experten gehen davon aus, dass im zweiten Halbjahr bestenfalls ein leichtes Wachstum möglich ist.

Weitere Kursinformationen zu Dax

Der Dax fiel nach den Daten etwas tiefer ins Minus, zeigte aber keine wirklich signifikante Reaktion. Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der lockeren Geldpolitik könnte eine Ursache für die Gelassenheit der Investoren sein.  

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. August 2019 um 11:00 Uhr.

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