Klarna

Konkurrenz für Banken Klarna bietet Gratis-Girokonto an

Stand: 18.11.2020 13:26 Uhr

Bewegung auf dem deutschen Bankenmarkt: Das schwedische Fintech Klarna will seinen App-Nutzern in den nächsten Monaten ein kostenloses Girokonto anbieten. Lohnt sich dann ein Konto mit Gebühren bei der klassischen Bank noch?

Die Fintechs könnten den Wettbewerb auf dem umkämpften Bankenmarkt neu anheizen. Nachdem bereits Smartphone-Banken wie N26 oder Revolut mit Gratis-Konten junge Kunden ködern, die keine Filiale brauchen, mischt nun auch Klarna in diesem Bereich mit.

Das wertvollste Fintech Europas, dessen App alleine in Deutschland sechs Millionen Mal heruntergeladen wird, plant, in den kommenden Monaten ein Girokonto einzuführen. Es soll die bereits bestehende App erweitern. "Wir haben den Anspruch, Hauptkonto zu werden", sagte Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski der "Süddeutschen Zeitung". Basisfunktionen sowie eine Debitkarte sollen umsonst sein.

Konto erweitert die Klarna-App

Wer die Klarna-App öffnet, gelangt in eine Art virtuelle Shopping-Mall. Um Produkte wie Kleidung oder Hightech-Geräte zu kaufen, muss man bisher ein Bankkonto hinterlegen. Das soll künftig dank des neuen Girokontos von Klarna nicht mehr nötig sein. "Wir werden alles an einen Ort bringen", kündigte Firmenchef Siemiatkowski in der "SZ" an.

ARD-Börse: Klarna mit kostenlosem Girokonto

18.11.2020 12:16 Uhr

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Snoop Dogg
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Wirbt für Klarna: Rapper Snoop Dogg.

Deutschland ist bislang das einzige Land, in dem Klarna ein Girokonto testet. Kein Wunder, denn die Bundesrepublik ist der wichtigste Markt von Klarna. Die Schweden haben die Firma "Sofort" und die Marke "Sofortüberweisung" übernommen. Das Fintech wirbt mit dem Rapper Snoop Dogg um Endkunden.

Fintech verdient beim Online-Shopping mit

Mit dem Girokonto dürfte Klarna vorerst kein Geld verdienen. Der Firma geht es eher darum, dass die App stärker genutzt wird. Beim Kauf der Produkte in der Shoppingmall kassiert Klarna mit.

Der schwedische Konzern wird eigenen Angaben zufolge mit rund neun Milliarden Euro bewertet und ist damit Europas wertvollster Techkonzern der Finanzbranche (Fintech), der nicht an der Börse notiert ist. Ein Börsengang ist in den nächsten ein oder zwei Jahren angedacht.

Check24 bietet ebenfalls Gratis-Konto an

Zuletzt hat auch Check24 eine eigene Bank unter dem Namen C24 gegründet. Sie bietet drei Kontomodelle, darunter auch ein Gratis-Konto. Genossenschaftsbanken fordern die Politik zum Einschreiten auf, weil sie einen Interessenskonflikt mit dem Vergleichsportal von Check 24 sehen.

Für klassische Banken dürfte das Geschäft mit Privatkunden noch härter werden. Während Check24 und Fintechs Billig-Konten anbieten, erhöhen die meisten Geldinstitute immer mehr die Gebühren. Ob der Angriff der Fintechs das Drehen an der Gebührenschraube bremsen wird, ist fraglich.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. November 2020 um 17:37 Uhr.

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