Kaffee

Coca-Cola Mit Kaffee Kasse machen

Stand: 31.08.2019 11:58 Uhr

Vor einem Jahr übernahm Coca-Cola mit Costa Coffee die zweitgrößte Kaffeehauskette der Welt. Nun steht eine starke Expansion an. Die Konkurrenz muss sich warm anziehen.

Grund für die Hinwendung zum Kaffeemarkt ist der stagnierende Markt für gezuckerte Softdrinks. Seit Jahren sieht sich der Getränkekonzern aus Georgia fallenden Umsätzen und einer stagnierenden Ergebnisentwicklung gegenüber.

Produkte wie Coca-Cola, Fanta, Sprite & Co. sind im Ansehen der Verbraucher gesunken, seit sich herumgesprochen hat, wie schädlich zu hoher Zuckerkonsum ist. Auch von staatlicher Seite bekommen Softdrinks kräftigen Gegenwind. So hat Großbritannien im vergangenen Jahr eine Zuckersteuer eingeführt. Für Getränke mit mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter liegt die Steuer bei 18 Pence pro Liter. Für Softdrinks mit mehr als acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter fällt eine Steuer von 24 Pence je Liter an. Irland folgte dem Beispiel kurze Zeit später.

In den vergangenen Jahren versuchte Coca-Cola diesem Trend mit Getränken wie abgefülltem Wasser, Säften, Sportgetränken und Tee entgegenzuwirken. Nun kommt Kaffee dazu.

Costa vs. Starbucks

Im Vergleich zum Kaffeehaus-Giganten Starbucks mit seinen weltweit mehr als 28.000 Filialen ist das 1971 gegründete Unternehmen Costa allerdings ein Zwerg. Derzeit ist der Konzern mit Hauptsitz in London mit rund 3.800 Filialen weltweit vertreten. Doch dabei soll es nicht bleiben. Bereits im kommenden Jahr will Costa in zehn europäische Länder expandieren, darunter Griechenland, Polen, Russland, Rumänien und die Schweiz. Speziell die Schweiz ist potenziell sehr attraktiv. Neben einer zahlungskräftigen und qualitätsbewussten Bevölkerung lockt ein Kaffeeverbrauch von 8,5 kg je Einwohner. Damit ist die Schweiz weltweit die Nummer drei.

Hauptmarkt Großbritannien

Derzeit dominiert bei Costa Coffee ganz klar Heimatmarkt Großbritannien. Hier befinden sich mit fast 2.500 fast zwei Drittel der weltweiten Filialen. Zweitwichtigster Markt ist China mit knapp 500 Standorten. Zudem ist die Kaffeehauskette derzeit auch in Asien, im Mittleren Osten und in Afrika aktiv.

In Deutschland verfügt Costa Coffee gerade einmal über drei Filialen - in Berlin, Hamburg und Karlsruhe.

Mit seinem 5,1 Milliarden Dollar teuren Kauf hat es Coca-Cola allerdings nicht nur auf den klassischen Kaffeehausmarkt abgesehen. Vielmehr zielen die Amerikaner vor allem auf Kaffee-Automaten in Unternehmen und in der Öffentlichkeit, den Markt für Kaffeekapseln und sogenannte Ready-to-drink-Produkte.

Für solche sofort verzehrfähigen Produkte sind Supermärkte eine klassische Verkaufsstelle. Mit diesem Geschäft kennt sich der Konzern aus, denn er hat bei der Vermarktung eine jahrzehntelange Erfahrung. Bereits kurz nach der Übernahme von Costa brachte Coca-Cola, quasi als erste Amtshandlung, drei kalte Kaffeegetränke in Dosen auf den Markt. Damit kommt der Konzern seinem Ziel entgegen, Getränke für alle Tageszeiten anzubieten.

Doch auch das Geschäft mit Kaffeekapseln ist potenziell höchst lukrativ. Inzwischen hat Costa Coffee Kaffeekapseln für gleich mehrere Systeme der Konkurrenz im Angebot. Dazu gehören Kapseln für das Nespresso- und Dolce Gusto-System des Konkurrenten Nestlé und das Tassimo-System von Jacobs Douwe Egberts, das mehrheitlich zur JAB Holding gehört. In dieser hat die von Kaffee begeisterte Milliardärsfamilie Reimann ihre Vermögenswerte gebündelt.

Kontinuierliche Steigerung der Dividende

Sollten die Kaffee-Strategie von Coca-Cola Erfolg haben, ist eine weitere Steigerung der Dividende absehbar. Höhere Ausschüttungen haben bei dem Konzern aus Atlanta, Georgia eine lange Tradition. So hob Coca-Cola in jedem der vergangenen 55 Jahre seine Ausschüttung an.

ME

Quelle: boerse.ard.de
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