BMW-Mitarbeiter in der Produktionsstätte in Leipzig - die Münchner Firma ist der weltweit profitabelste Autobauer. | Bildquelle: dpa

Wirtschaftsbarometer Ifo-Index fällt erneut

Stand: 26.11.2018 10:22 Uhr

Der Ifo-Index fällt den dritten Monat in Folge, damit deutet sich bei der Wirtschaft immer mehr eine Wende zum Schlechteren an. Die deutsche Konjunktur kühlt ab, stellt Ifo-Präsident Fuest fest.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im November den dritten Monat in Folge eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima sank von zuvor 102,9 auf 102,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Absinken auf 102,3 gerechnet.

Drei Rückgänge hintereinander signalisieren in der Regel eine Wende zum Schlechteren. „Die deutsche Konjunktur kühlt ab“, betonte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage diesmal schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate.

Der Rückgang im Geschäftsklima ist etwas besorgniserregend. Allgemein wird ja davon ausgegangen, dass die Konjunkturschwäche des dritten Quartals schon im Schlussquartal durch ein deutlich positives Wachstum korrigiert wird. Dieses optimistische Bild hat durch die heutigen Zahlen deutliche Kratzer bekommen", meint Uwe Burkert, Chefvolkswirt der KfW.

Dax unbeeindruckt

Die Ergebnisse der Umfrage passen zu frischen Konjunkturdaten aus dem Inland: Wegen der Produktionsprobleme der Autobauer im Zuge eines neuen Abgastests war das Buttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Das war der erste Rückgang seit dreieinhalb Jahren.

Der Rückgang des Ifo-Barometers, das als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft gilt, säat Zweifel an einem starken Comeback im laufenden vierten Quartal. Demnach dürfte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr verfehlen. Sie rechnet bislang mit einem Plus von 1,8 Prozent, doch wäre dazu nach Berechnungen von Experten im Schlussquartal ein BIP-Anstieg von 1,3 Prozent notwendig.

Weitere Kursinformationen zu Dax

Der Dax reagierte nicht auf die negative Nachricht. Er liegt um mehr als ein Prozent im Plus, nachdem er in der vergangenen Woche einen Verlust von 1,3 Prozent hinnehmen musste.    

1/5

Die wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren

Ifo-Geschäftsklimaindex

Ifo-Geschäftsklimaindex
Der weitaus wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland ist der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Entsprechend aufmerksam verfolgen auch die Börsianer den Index, der gegen Ende jedes Monats veröffentlicht wird.

Für den Index befragen die Wirtschaftsforscher rund 9.000 deutsche Unternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate einschätzen. Die Gegenwart müssen die Unternehmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" beurteilen. Bei dem Blick in die nahe Zukunft darf es gemäß Fragebogen "besser", "gleich" oder "schlechter" laufen. Das Ifo-Institut saldiert die Prozentanteile der positiven und negativen Antworten, gewichtet diese nach Branchen und bildet dann den Mittelwert. Das Ergebnis wird ins Verhältnis zum Basisjahr 2015 gesetzt.

Die Marktteilnehmer blicken fast ausschließlich auf die Veränderung des Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat. Steigt der Index, hellt sich die Konjunkturlage in Deutschland auf. Sinkt er, trüben sich die Aussichten ein. Als besonders aussagekräftig gilt die Tendenz über mehrere Monate. Steigt der Ifo-Index drei Mal in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.

Quelle: boerse.ard.de
Darstellung: