Containerschiffe im Hamburger Hafen  | Bildquelle: dpa

Geschäftsklima Ifo-Index steigt überraschend

Stand: 25.03.2019 15:48 Uhr

Die deutsche Wirtschaft kommt möglicherweise schneller aus ihrem Tal als befürchtet. Der neueste Ifo-Index spendet Hoffnung.

Das Barometer für das Geschäftsklima im März stieg überraschend von 98,7 auf 99,6 Punkte. Zuvor gab es sechs Rückgänge in Folge. Ökonomen hatten mit 98,5 Punkten gerechnet. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate fielen besser als erwartet aus. "Die deutsche Wirtschaft stemmt sich dem Abschwung entgegen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Dax und Euro reagierten unmittelbar mit leichten Kursgewinnen.

"Ungeachtet der Sorgen aufgrund des 'Brexits' sowie die Befürchtungen wegen des Handelskonflikts zeigt sich die deutsche Konjunktur widerstandsfähig", kommentierte Volkswirt Patrick Boldt von der Helaba. "Das Auslaufen der konjunkturellen Schwächephase bleibt daher unser favorisiertes Szenario."

Konjunktursorgen übertrieben?

Damit verlieren die bisherigen Bremsfaktoren wie die schwächelnde Weltkonjunktur, Unsicherheiten wie der Brexit und drohende US-Strafzölle auf deutsche Autos an Einfluss. Die Wirtschaftsweisen haben aus diesen Gründen ihre Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr auf 0,8 Prozent nahezu halbiert. 2018 hatte das Wachstum noch bei 1,4 Prozent gelegen.

Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es ergibt sich aus der Befragung von etwa 9.000 Unternehmen. Der Indikator gilt als relativ treffsicher, die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland vorherzusagen. Zuletzt hatten am Freitag enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland und Frankreich noch Sorgen vor einem Wirtschaftsabschwung geschürt.

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Experten zum starken Ifo-Index

Patrick Boldt

Patrick Boldt, Helaba
"Das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft stabilisiert sich. Zudem ist positiv zu werten, dass beide Indexkomponenten zulegen konnten. Ungeachtet der Sorgen aufgrund des 'Brexits' sowie die Befürchtungen wegen des Handelskonflikts zeigt sich die deutsche Konjunktur widerstandsfähig. Das Auslaufen der konjunkturellen Schwächephase bleibt daher unser favorisiertes Szenario."

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. März 2019 um 11:00 Uhr in den Wirtschaftsmeldungen.

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