Tannebaum in einem Kaufhaus | Bildquelle: dpa

Monatliche Umfrage "Magere Bescherung" im Ifo-Index

Stand: 18.12.2018 10:06 Uhr

Dass die Unternehmen die wirtschaftliche Lage angesichts der vielen Belastungsfaktoren eher skeptisch beurteilen, hatten die Experten erwartet. Auch der Dax reagiert gefasst auf den neuen Ifo-Index. Der ist allerdings noch schlechter ausgefallen als gedacht.

Es ist der vierte Rückgang in Folge: Der Ifo-Index ging von 102,0 auf 101,0 Punkte zurück. Die rund 9.000 befragten Unternehmensmanager schätzen die Lage ebenfalls deutlich schlechter ein als noch im November der entsprechende Teilindex rutschte von 105,4 auf 104,7 Zähler ab. Und die Erwartungskomponente zeigt mit einem Rückgang von 98,7 auf 97,3 Punkte den deutlichsten Rückgang. Alle Werte waren noch ungünstiger, als Volkswirte dies vor für den Dezember-Index prognostiziert hatten.

Dienstleister und Industrie pessimistisch

"In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage diesmal schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Das Ifo-Institut hat bereits seine Konjunkturprognosen für Deutschland kräftig gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zu Ende gehenden Jahr um 1,5 Prozent und 2019 sogar nur noch um 1,1 Prozent zulegen. Bislang waren sie von jeweils 1,9 Prozent ausgegangen. Die Probleme der Autoindustrie mit dem neuen Abgasmessstandard dämpfen derzeit die Wirtschaft, ebenso Unsicherheiten wie der Brexit, der Haushaltsstreit in Italien und die US-Handelspolitik.

ARD-Börse: Bremsspuren - Trump, May und das Geschäftsklima

19.12.2018 08:32 Uhr

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Laut Fuest sind die Erwartungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe erstmals seit Mai 2016 in einem negativen Bewertungsbereich angekommen. Auch im Dienstleistungssektor hat sich danach das Geschäftsklima deutlich abgekühlt. Die Konsumneigung der Deutschen ist offenbar vor Weihnachten weniger ausgeprägt als in den Vormonaten.

Nur der Bau brummt noch

Einzig am Bau scheint derzeit noch "prima Klima" zu herrschen. Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe verharrt weiter auf "dem sehr hohen Niveau". Volkswirte wie Uwe Burkert von der LBBW sehen in den neuen Daten einen "weiteren herben Schlag zum Jahresende". Die Story, wonach das dritte Quartal nur ein Ausrutscher gewesen sei, werde damit zunehmend unglaubwürdiger.

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Der Dax konnte sein Niveau nach Bekanntgabe der Daten annähernd halten. Der Index hatte allerdings an den Vortagen erneut heftige Rücksetzer hinnehmen müssen. Der Euro lag am Vormittag wenig verändert bei 1,1370 Dollar.

AB

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Stimmen zum Ifo-Index

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
"Der Rückgang des Geschäftsklimas auf 101,0 war ein weiterer herber Schlag zum Jahresende. Die Story, wonach das dritte Quartal nur ein Ausrutscher war, wird damit zunehmend unglaubwürdiger. Zumindest erkennen wir bislang keinen kräftigen Rebound. Das Schlussquartal bringt wohl höchstens eine kleine Erholung. Das BIP für das Gesamtjahr 2018 wird wohl noch akzeptabel, aber für 2019 muss man sich zunehmend Sorgen machen. Wir sehen fallende Kurse an den Aktienmärkten und sinkende Frühindikatoren. Wir haben vor uns einen Haufen politischer Risiken, angefangen vom Handelsstreit der USA und China über den Brexit und Italiens Defizit sowie neuerdings Frankreichs Abkehr von den Reformen. Höchste Zeit für eine Trendwende."

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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