IBM-Zentrale in New York

Kräftige Kursgewinne IBM-Zahlen wecken Hoffnungen der Anleger

Stand: 23.01.2019 07:39 Uhr

Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM hat im vierten Quartal ein Milliarden-Ergebnis eingefahren, obwohl der Umsatz weiter geschrumpft ist. Beide Zahlen sind über Erwartungen, so dass die Aktie einen Freudensprung hinlegte.

Im nachbörslichen Handel an der Wall Street sprang die IBM-Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt um bis zu sieben Prozent auf über 130 Dollar in die Höhe. Der Anstieg ist Balsam für die Seele der gebeutelten Aktionäre, mussten sie doch im vergangenen Jahr einen Kurssturz der IBM-Aktie von gut 36 Prozent ertragen.

Zuwächse in einigen der neueren Geschäftsbereiche wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz befeuerten die Stimmung der Anleger. Zudem lag IBM auch mit seinem Ausblick auf das restliche Jahr über den Prognosen.

Rometty sieht Wende geschafft

Virginia "Ginni" Rometty, IBM
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Virginia "Ginni" Rometty, IBM

"2018 sind wir zu einem Ganzjahres-Umsatzwachstum zurückgekehrt, getragen von unseren Dienstleistungsbereichen und Führungspositionen in Hybrider Cloud, Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse und Sicherheitstechnik", sagte Vorstandschefin Virginia „Ginni“ Rometty.

Dabei sehen die Zahlen auf den ersten Blick gar nicht so gut aus. Im Schlussquartal fielen die Einnahmen verglichen mit dem Vorjahreswert um 3,5 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis legte zwar kräftig auf 1,95 Milliarden Dollar zu, nachdem vor Jahresfrist noch ein Verlust von 1,05 Milliarden Dollar angefallen war. Allerdings hatte eine hohe Abschreibung aufgrund der US-Steuerreform die Bilanz im Vorjahr verhagelt, was den Vergleich verzerrt. Das operative Ergebnis sank um acht Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar.

Über Erwartungen

Dennoch übertrafen die Zahlen die Erwartungen. Doch der Konzern leidet weiter unter der Schwäche in der klassischen Hardware-Sparte. Ein weiteres Problem ist der starke Dollar, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in heimische Währung schmälert.

Weitere Kursinformationen zu IBM

Der US-Konzern macht seine Erlöse überwiegend im Ausland. Im Gesamtjahr 2019 schaffte IBM immerhin ein Mini-Umsatzplus auf 79,6 Milliarden Dollar. Der Überschuss betrug 8,7 Milliarden Dollar, nach 5,75 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Integration von Red Hat

Der Umsatzanteil der von Ginni Rometty ausgewählten Zukunftsfelder übertraf im Gesamtjahr erstmals die Marke von 50 Prozent der Gesamterlöse. Die sogenannten "Strategischen Imperative" wie Cloud Computing oder Künstliche Intelligenz sollen die alten Geschäftsfelder bei IBM sukzessive ablösen.

Ob der Umbau des einstigen Hardware-Anbieters zu einem Cloud-Spezialisten gelingt, hängt auch von der Integration des Softwarehersteller Red Hat ab, den IBM im Oktober für 34 Milliarden Dollar übernommen hat. Bis Mitte 2019 soll die Akquisition abgeschlossen sein. Die Übernahme war umstritten, weil der Kaufpreis in einem Aufschlag von 60 Prozent auf den jüngsten Börsenwert entsprach.

lg

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Quelle: boerse.ard.de
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