Ifo-Index gesunken Stimmung in der Wirtschaft eingetrübt

Stand: 22.03.2013 10:30 Uhr

Rückschlag für die Konjunktur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im März überraschend gesunken. Die Forscher sehen aber keinen Grund für Pessimismus. Die deutsche Wirtschaft behaupte sich weiterhin gut. Dax und Euro geben nur kurz nach.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel um 0,7 auf 106,7 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Damit endete eine Serie von vier Anstiegen in Folge. Ökonomen hatten erwartet, dass das Barometer auf 107,6 Zähler zulegen würde. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht trotzdem keinen Grund für Pessimismus: "Die deutsche Wirtschaft behauptet sich mit einer guten Binnenkonjunktur in schwierigem Umfeld."

Lage und Aussicht schlechter beurteilt
Die 7.000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter: Das Barometer fiel um 1,0 auf 103,6 Punkte, während Ökonomen mit einem Anstieg auf 104,9 Punkten gerechnet hatten. Die Lage wurde ebenfalls schlechter bewertet. Dieser Index gab um 0,3 auf 109,9 Zähler nach, womit die Analystenprognose von 110,4 Zählern verfehlt wurde.

Schwacher Jahresauftakt
Die deutsche Wirtschaft war überraschend schlecht ins Jahr gestartet. Die Industrieaufträge fielen im Januar überraschend um 1,5 Prozent, weil vor allem aus den kriselnden Euro-Staaten weniger Bestellungen kamen. Die Unternehmen drosselten deshalb ihre Produktion um 0,2 Prozent. Auch die unklare politische Zukunft Italiens und die ungelöste Zypern-Krise dürften die Stimmung belasten. Die Bundesbank erwartet trotzdem ein Anziehen der Konjunktur. "Der zögerliche Start in das Jahr 2013 stellt nicht die Perspektive einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit infrage", schrieb sie in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Das Schlimmste ist ausgestanden

In einer ersten Reaktion betont Ralf Umlauf von der Helaba, dass der Index auch im März "signifikant über dem Niveau des vierten Quartals 2012 und auch des Monats Januar" liege. "Insofern halten wir an der Erwartung fest, dass das Schlussquartal 2012 den konjunkturelle Boden in Deutschland bildet." Erfreulich wertet der Volkswirt, dass die Lagebeurteilung annähernd stabil ist.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Bank, sieht in dem Rückgang ebenfalls nur eine "kleine Korrektur" und keine neue Tendenz nach unten. Dennoch könne es gefährlich sein, "wenn man sich zu sehr auf die Unverwundbarkeit der deutschen Wirtschaft verlässt".