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Nach gescheitertem Angriff auf das Rekordhoch Bitcoin stürzt ab

Stand: 26.11.2020 15:58 Uhr

Fans von Kryptowährungen erleben derzeit ein Wechselbad der Gefühle: Nachdem sich der Bitcoin in den letzten beiden Monaten fast verdoppelt hat, ist er am Donnerstag binnen weniger Stunden dramatisch eingebrochen.

Die älteste und wichtigste Cyber-Devise rutschte heute auf bis zu 16.319 Dollar ab und verlor damit binnen 24 Stunden mehr als 3.000 Dollar. Am Mittwoch war der Bitcoin noch bis zu rund 19.400 Dollar wert gewesen. Das bisherige Rekordhoch bei knapp 19.666 Dollar auf Bitstamp Ende 2017 hatte er knapp verfehlt. Im Sog des Krypto-Primus verbuchten auch andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Ripple zweistellige prozentuale Kursverluste.

"Gesunde Korrektur"

Experten zeigten sich nicht beunruhigt über den Bitcoin-Absturz. "Keine Sorge. Das ist eine gesunde Korrektur", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Sie bietet den Investoren, die die bisherige Rally verpasst haben, die Möglichkeit zum Einstieg."

Auch Krypto-Experte Timo Emden von Emden Research zeigte sich nicht überrascht. "Der Kurs hatte sich kurz vor dem Rekordhoch sprichwörtlich festgefahren und war nahezu heiß gelaufen." Zu euphorische Anleger, welcher mit pausenlos steigenden Kursen gerechnet hatten, würden nun eines Besseren belehrt. "Die Risiken und Nebenwirkungen wurden in den vergangenen Tagen ausgeblendet und erwischen zahlreiche Marktakteure auf dem falschen Fuß."

Emden fragt sich, ob aus der Korrektur ein Crash resultiert und die Rally wie im Jahr 2017/2018 ein jähes Ende findet. Die Anleger könnten die vermeintlich günstigen Preisniveaus aber schon bald wieder als Wiedereinstieg in den Markt wahrnehmen. Die fundamentale Datenlage spreche weiterhin dafür, dass das Kaufinteresse bald wieder anziehen könnte.

Seriös oder Zockerobjekt?

Der Absturz dürfte die Debatte wieder anstoßen, ob sich Bitcoin als alternative Geldanlage lohnt. Bitcoin-Optimisten hatten zuletzt argumentiert, das Ansehen der Digitalwährung habe sich in den vergangenen Monaten verbessert. Genannt wurde etwa das Vorhaben des Bezahldienstes PayPal, seinen Kunden die Bezahlung in Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu ermöglichen. Profianleger hätten sich deshalb mehr für Bitcoin und Co. interessiert, lautete ein Argument.

Für Kritiker hingegen dürfte der Kursabsturz nur eine Bestätigung ihrer skeptischen Haltung gegenüber Kryptowährungen sein. Sie argumentieren seit jeher, die hohen Kursausschläge stünden einer Verwendung als Zahlungsmittel und Anlageform im Wege. Sie betrachten Digitalwährungen daher als reines Spekulationsobjekt.

nb