Aareal Bank

Neue Strategie gefordert Hedgefonds knöpft sich Aareal Bank vor

Stand: 25.11.2020 09:20 Uhr

Die Aktie der Wiesbadener Aareal Bank hat sich in den letzten Jahren als Rohrkrepierer erwiesen. Nun ist einem der größten Anteilseigner, dem britischen Hedgefonds Petrus Advisers, der Geduldsfaden gerissen.

Der Brief, den die Petrus-Gründer Klaus Umek sowie sein Partner Till Hufnagel am 6. November an den Vorstand der Aareal Bank geschrieben haben, hat es in sich.

Die Aareal Bank, heißt es dort, habe keine Strategie, die nachhaltigen Erfolg als Nischen-Kreditinstitut aufzeige. Selbst im "guten" Jahr 2019 habe das Institut nur eine Eigenkapitalrendite (RoE) von 5,1 Prozent erzielt. Das ist den Hedgefonds-Managern, die sich als der größte Einzelaktionär der Bank bezeichnen, zu wenig.

Rendite von mindestens acht Prozent gefordert

"Wir sind wir der festen Überzeugung, dass es mindestens eine geplante Zielrentabilität von acht bis zehn Prozent nach Steuern sowie eine gewisse Wachstumsstory benötigt, damit Aareal Bank investierbar wird", heißt es in dem Schreiben, das gestern auf der Webseite des Hedgefonds veröffentlicht wurde.

Auch der Kapitalmarkt teile diese Einschätzung, liege doch die aktuelle Bewertung der Bank bei weniger als Null, lediglich die Software-Tochter Aareon habe einen positiven Wert. "Damit sagt Ihnen der Markt klar und deutlich, dass es keine Zukunft für die Aareal Bank mit der aktuellen Strategie gibt. Eine Auflösung der Bank wäre aus Sicht des Kapitalmarktes die beste Strategie, um positiven Wert für Aktionäre zu schaffen", so die Hedgefondsmanager. Was also soll der Vorstand tun?

"Kompromisslos an den Kosten arbeiten"

"Kompromisslos an den Kosten arbeiten", so die Antwort, weil die Aareal Bank "im Vergleich zu nationalen wie internationalen Kreditinstituten sehr hohe Kosten, vor allem auf der Personalseite" habe. Die Hedgefondsmanager beziffern die Einsparmöglichkeiten auf 30 bis 50 Millionen Euro.

Auch die komfortabel hohe Eigenkapitaldecke weckt Begehrlichkeiten. Würde man sie - immer ohne die Softwaretochter gerechnet - auf das gleiche Niveau wie bei der Pfandbriefbank senken, ließen sich 418 Millionen Euro an die Aktionäre ausschütten.

Aufsichtsratschefin Marija Korsch hat den Fondsmanagern zufolge bereits zugesagt, dass man über 350 Millionen Euro als Ausschüttungssumme reden könne, "sobald die EZB dies erlaubt“.

Zu hohe Pensionsverpflichtungen

Kritisiert werden auch die "extrem hohen Pensionsverbindlichkeiten", deren "Ausbringung" der Hedgefonds seit Monaten fordert. "Wir sind überzeugt, dass dadurch 30 bis 50 Millionen Euro an Shareholder Value geschaffen werden kann."

In diesem Jahr müssen sich die Aktionäre vorerst wohl auf noch weniger Gewinn einstellen als gedacht. Für 2020 rechnet der Vorstand nur noch mit einem operativen Ergebnis im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im August war noch von einem mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbetrag ausgegangen. Analysten hatten zuletzt mit rund 71 Millionen Euro gerechnet.

lg

Quelle: boerse.ard.de
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