Curevac | picture alliance / S. Gollnow / dpa

Sonder-Boom für viele Branchen Profiteure des globalen Impfprojekts

Stand: 24.11.2020 10:38 Uhr

Die Aktien der Impfstoff-Hersteller wie Biontech, Moderna oder AstraZeneca haben nach Erfolgsmeldungen schon kräftig profitiert. Doch an der Herstellung, Lagerung, dem Transport und der Verteilung der begehrten Präparate verdienen viel mehr Firmen mit.

Die Impfstoff-Erfolge der vergangenen Wochen werden in den kommenden Monaten gewaltige Effekte nach sich ziehen. Milliarden Impfdosen müssen produziert werden. Die Lagerung und der Transport der Medikamente rund um die Welt wird auch Milliarden von Euro und Dollar kosten. Know-how und Kapazitäten in unterschiedlichsten Sektoren werden dafür benötigt. Firmen verschiedenster Branchen werden umgekehrt an den Herausforderungen für die Menschheit mitverdienen. Auf ihre Aktien haben Investoren bereits ein Auge geworfen.

Milliarden Dosen in Monaten

Bei der Herstellung leisten Chemie-, Labor- und andere Zulieferer-Firma wichtige Dienste, damit der Impfstoff überhaupt in ausreichenden Mengen hergestellt werden kann. Wacker Chemie etwa, im MDax notiert, beginnt im ersten Halbjahr 2021 mit der Produktion des Impfstoffs für den Tübinger Impfstoff-"Erfinder" Curevac. Das Unternehmen, an dem auch SAP-Gründer Dietmar Hopp beteiligt ist, konnte zwar nicht als eines der ersten mit einem Impfstoff-Kandidaten die Zulassung beantragen, doch bei der Produktion könnten die Tübinger Konkurrenten überholen. Dafür sorgt auch eine Kooperation mit dem Elektroauto-Konzern Tesla. Dieser stellt Curevac RNA-"Reaktoren", so genannte Mini-Fabriken zur Verfügung, die für die Produktion der mRNA-Impfstoffe nötig sind, die neben Curevac auch Biontech/Pfizer und der US-Konzern Moderna entwickelt haben.

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Weitere deutsche börsennotierte Unternehmen haben derzeit eine volle Auftragspipeline dank der Impfstoff-Erfolge. Mit der Mainzer Biontech ist das SDax-Unternehmen Dermapharm zum Beispiel kürzlich eine Kooperation zur Herstellung und den Vertrieb von dessen Impfstoff eingegangen.

Spezialfläschchen für den kostbaren Inhalt

Der Medizintechnik-Spezialist Gerresheimer wird Impfstoffe mit seinen Pharmafläschchen aus Spezialglas in den kommenden Monaten und Jahren in die Welt transportieren helfen. In den Werken von Gerresheimer in den USA, Mexiko und Europa läuft die Produktion bereits auf vollen Touren.

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Die Lagerung von Impfstoffen, die zum Teil bei extremen Minustemperaturen erfolgt, hat die Auftragsbücher von Va-Q-Tec bereits deutlich gefüllt. Der börsennotierte Hersteller von Thermo-Containern wird dabei helfen, etwa die Impfstoffe von Biontech und Pfizer tiefgekühlt bis in die Impfzentren zu transportieren.

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Logistik-Riesen vor Auftragslawine

Temperatursensitive Transporte, das können auch die großen Logistik-Konzerne leisten: Die Deutsche Post-Tochter DHL, aber auch die internationalen Konkurrenzen FedEx und UPS haben eigene Tochterunternehmen, die darauf spezialisiert sind und nun mit einer Auftragslawine rechnen können. Das gilt auch für den Schweizer Logistiker Kühne + Nagel.

Neben den Frachtflugzeugen der großen Post- und Logistik-Unternehmen dürften auch einige Airline von der erhöhten Nachfrage nach der heiklen Fracht, dem Impfstoff, profitieren. Vor wenigen Tagen hat die Deutsche Lufthansa bereits ihre Bereitschaft erklärt, die Frachtkapazitäten deutlich an die neuen Herausforderungen anzupassen. Auch der Flughafen-Betreiber Fraport dürfte davon profitieren, dass Frankfurt bereits jetzt das wichtigste Drehkreuz für kühlbedürftige Medikamente in Europa ist.

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"Größte Luftbrücke der Geschichte"

Auch andere internationale Fluggesellschaften wie die Cargo-Töchter von Qatar Airways, Etihad und Cathay Pacific haben eine Aufstockung ihrer Transportkapazitäten angekündigt. Von der "größten Luftbrücke, die es je gab", sprechen Experten bereits. Die wissenschaftlichen Durchbrüche bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid 19, so scheint es, waren nur der erste Schritt zur Bewältigung der Pandemie.

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AB