VW ID.3 | imago images / Rainer Weisflog

Neuer Fünfjahres-Plan VW: Noch mehr Milliarden für die Elektromobilität

Stand: 13.11.2020 14:56 Uhr

Der Wolfsburger Autobauer lässt sich von der Corona-Krise nicht ausbremsen und erhöht das Tempo beim Umstieg in die Elektromobilität. In den kommenden fünf Jahren sollen 73 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien investiert werden.

Der VW-Aufsichtsrat hat am Freitag einen neuen Fünfjahres-Plan beschlossen, der noch mehr Investitionen in klimaschonende Antriebe und Digitalisierung vorsieht. Von 2021 bis 2025 sollen 35 Milliarden Euro in die Elektromobilität fließen – zwei Milliarden mehr als im letzten Fünfjahres-Plan bis 2024. Elf Milliarden gehen in die Hybridisierung des Modellportfolios. Ein weiterer großer Brocken ist die Digitalisierung: Hier verdoppelt Volkswagen die Ausgaben auf rund 27 Milliarden Euro im Vergleich zum letzten Fünfjahres-Plan.

Standort Wolfsburg wird gestärkt

Die Gesamt-Investitionen des Konzerns bleiben mit 150 Milliarden Euro stabil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - und das obwohl die Aussichten für die Autobranche wegen der pandemiebedingten Konjunkturkrise und des harten Umbruchs bei den Antriebstechnologien alles andere als sicher sind. Rund 20 Milliarden Euro investiert VW in seine deutschen Werke und siedelt die Produktion mehrerer neuer Modelle im Heimatland an. Nach Angaben des Betriebsrats fließen allein in das Stammwerk Wolfsburg Sachinvestitionen von mehr als drei Milliarden Euro. Hier sollen unter anderem ein Nachfolger für den kleinen SUV Tiguan sowie ein neuer Groß-SUV ähnlich dem in China hergestellten Modell Tayron angesiedelt werden.

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Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte, der Konzern sei gut aufgestellt, um dieses Riesenpaket zu stemmen: "Die finanzielle Ausgangsbasis ist vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen in den nächsten Jahren grundsolide", erklärte er. Das Geld für die Milliarden-Investitionen will VW weiter sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft als auch durch Einsparungen selbst erarbeiten. Außerdem werden wenig gefragte Fahrzeugvarianten aus dem Angebot gestrichen.

2030: Hälfte der neuen Autos mit E-Antrieb

Volkswagen plant so viel Geld ein, weil wegen des "Green Deal" der EU erneut schärfere Klimavorgaben und damit auch strengere CO2-Grenzwerte für die Autobranche erwartet werden. Der Wolfsburger Autohersteller geht nun davon aus, dass in zehn Jahren die Hälfte der neu zugelassenen Autos elektrisch angetrieben sein muss. Bisher hatte man für 2025 einen Elektroanteil von 20 bis 25 Prozent prognostiziert.

Die Niedersachsen setzen seit dem Dieselskandal vor fünf Jahren voll auf E-Mobilität und haben mit dem ID.3 vor Kurzem ihr erstes rein elektrisches Auto auf den Markt gebracht. In den nächsten Jahren will Volkswagen zum größten Anbieter auf diesem Gebiet aufsteigen und an dem E-Autopionier Tesla vorbeiziehen.

nb