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Ausblick eingetrübt Adidas: Corona belastet immer noch stark

Stand: 10.11.2020 08:30 Uhr

Der Sportartikelhersteller muss mühsam auch durch die zweite Corona-Welle manövrieren. Ladenschließungen im Herbst werden das Schlussquartal belasten. Das dritte Quartal musste ebenfalls die Folgen der Pandemie verdauen.

Im abgelaufenen Drei-Monats-Zeitraum sanken die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro. Währungsbereinigt habe das Minus nur drei Prozent betragen, teilte der Dax-Konzern mit. Das Betriebsergebnis gab um knapp zwölf Prozent auf 794 Millionen Euro nach und übertraf damit die Analystenerwartungen.

Dank Einsparungen konnte Adidas das Betriebsergebnis im Vergleich zum zweiten Quartal sogar um rund 1,1 Milliarden Euro verbessern. Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen sank um gut zehn Prozent auf 578 Millionen Euro.

Weihnachtsquartal wenig beschaulich

Wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie mit Rückschlägen im Weihnachtsgeschäft. Daran kann auch der boomende Internet-Handel nichts ändern, von dem Adidas auch profitiert. Für das laufende vierte Quartal erwartet Adidas wegen der Einschränkungen im Einzelhandel in vielen Märkten einen erneuten Umsatzrückgang um bis zu fünf Prozent. "Waren wir zu Beginn des vierten Quartals zunächst wieder auf einem Wachstumspfad, erfordert die aktuelle Verschlimmerung der Pandemie in vielen Regionen der Welt erneut unsere Geduld und Unterstützung", so Vorstandschef Kasper Rorsted.

Das Betriebsergebnis werde von Oktober bis Dezember zwischen 100 und 200 Millionen Euro liegen, so lange mehr als neun von zehn Adidas-Geschäften geöffnet seien.

Kasse wird deutlich aufgebessert

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen hat Adidas am Dienstag bekanntgeben, dass das Unternehmen einen sogenannten Konsortialkredit der staatlichen KfW-Bank zurückgezahlt hat. Dieser war zur Überbrückung der Corona-Krise aufgenommen worden. Ein Bankenkonsortium unter Beteiligung der staatlichen Förderbank hatte Adidas einen Kreditrahmen von drei Milliarden Euro gewährt, um über die Corona-Phase hinwegzukommen.

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Zeitgleich mit der Rückzahlung hat Adidas nach eigenen Angaben einen weiteren Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro von einer Gruppe von Banken zugesichert bekommen. Unter den neuen Kreditgebern seien die Deutsche Bank und die britische HSBC als Konsortialführer.

Die Adidas-Aktie reagiert am Dienstagmorgen mit deutlichen Abschlägen auf die Zahlen und den Ausblick. Der Titel hatte am Montag allerdings fast acht Prozent gewonnen.

AB