Infineon-Vorstandsvorsitzender Reinhard Ploss | picture-alliance/dpa

Zurück in der Gewinnzone Starkes Autogeschäft lässt Infineon auftrumpfen

Stand: 09.11.2020 09:15 Uhr

Infineon schließt das Geschäftsjahr mit einem starken vierten Quartal ab. Vor allem die Erholung im Autogeschäft sorgt dafür, dass der Chiphersteller wieder die Gewinnzone erreicht hat.

"Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer besser als erwartet erholt. Hinzu kommt der beschleunigte strukturelle Wandel hin zur Elektromobilität, insbesondere in Europa", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss anlässlich der aktuellen Geschäftszahlen.

Dividende wird gekürzt

Dem Chiphersteller gelingt es deshalb im vierten Quartal, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro. Das entspricht etwa den Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis (Segmentergebnis) legte gegenüber dem Vorquartal mit 379 Millionen Euro um fast drei Viertel zu und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Marktexperten.

Der Konzernüberschuss lag bei 109 Millionen Euro, nach minus 128 Millionen Euro ein Quartal zuvor. In das Zahlenwerk ging auch der in diesem April übernommene US-Konkurrent Cypress Semiconductor für das gesamte Quartal mit ein.

Infineon-Mikrocontroller für Autos | Unternehmen

Infineon-Mikrocontroller für Autos Bild: Unternehmen

Auf das Gesamtjahr bezogen steht allerdings ein Minus unter dem Strich: Der Nettogewinn brach um 58 Prozent auf 368 Millionen Euro ein, während der Umsatz immerhin um sieben Prozent auf 8,57 Milliarden Euro stieg. Der Verlust hat Folgen für die Dividende, die von 27 Cent im Vorjahr auf 22 Cent gekürzt wird.

Die Aktie steigt

Für das neue Geschäftsjahr erwartet Infineon - einschließlich der übernommenen Cypress Technologies - einen Umsatzanstieg auf 10,5 Milliarden Euro plus/minus fünf Prozent. Die Umsatzrendite soll bezogen auf das Segmentergebnis auf 16,5 Prozent steigen. Im ersten Quartal soll der Umsatz zwischen 2,4 und 2,7 Milliarden Euro liegen, bei einer Marge von 16 Prozent.

Die Aktien klettern im frühen Handel um mehr als zwei Prozent. Ein Händler sprach von recht guten Zahlen mit dem Schlussquartal des Geschäftsjahres 2019/20 sowie dem Ausblick auf das erste Viertel des neuen Geschäftsjahres leicht über den Markterwartungen. Allerdings enttäusche die Gewinnmarge in der Automotive-Sparte ein wenig.

Weitere Kursinformationen zu Infineon

Zudem sollte nicht vergessen werden, dass die Erwartungen angesichts guter Resultate von Wettbewerbern schon recht hoch gewesen sein dürften. Daher seien Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf denkbar, auch weil die Aktien zuletzt gut gelaufen seien, meint der Marktteilnehmer. Mit plus 30 Prozent im bisherigen Jahresverlauf liegen die Papiere auf dem zweiten Platz im Dax.

ts