Gerresheimer Produktion Kanülen Spritzen

Gewinnmitnahmen Gerresheimer setzt auf Jahresendspurt

Stand: 13.10.2020 11:00 Uhr

Der Verpackungshersteller Gerresheimer setzt nach einem schwächeren dritten Quartal auf eine Geschäftsbelebung im letzten Viertel des Geschäftsjahres. Vor allem die künftigen Impfkampagnen sollen die Kasse füllen.

"Gemeinsam mit den Impfstoffherstellern bereiten wir die weltweiten Covid-19 Impfkampagnen vor", sagte Unternehmenschef Dietmar Siemssen. Dafür baue Gerresheimer zusätzliche Kapazitäten für die Herstellung von Injektionsfläschchen auf. Darüber hinaus würden sich für den Düsseldorfer Konzern vielfältige Wachstumsmöglichkeiten ergeben. "Wir investieren in die Zukunft des Unternehmens, wachsen profitabel und erwarten ein starkes viertes Quartal", so Siemssen.

Gerresheimer Produktion Reinraum Mitarbeiter
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Gerresheimer Produktion Reinraum Mitarbeiter

Im dritten Quartal ging der Umsatz aufgrund einer geringeren Nachfrage nach hochwertigen Parfümflakons im Zuge der Covid-Pandemie um 2,6 Prozent auf 349,2 Millionen Euro zurück. Die Erlöse legten jedoch bereinigt um Wechselkurseffekte und der Ende November 2019 entkonsolidierten argentinischen Tochter um 0,4 Prozent zu. Unter dem Strich wies Gerresheimer einen Gewinn von 25,4 Millionen Euro aus nach 18,5 Millionen Euro im Vorjahr.

Prognose sollte erreicht werden

Bei den Jahreszielen sieht sich das Unternehmen trotzdem auf Kurs. Der Vorstand erwarte weiterhin für das Geschäftsjahr 2020 (bis Ende November) ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich bei einer bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) von rund 21 Prozent, teilte das im MDax notierte Unternehmen mit.

Gerresheimer Produkt Glas
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Gerresheimer Produkt Glas

Auch in den Folgejahren sieht das Management nach wie vor ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, wenn Wechselkursveränderungen sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert werden. Der Anteil des bereinigten operativen Ergebnisses, der vom Umsatz übrig bleibt, soll sich mittelfristig auf 23 Prozent erhöhen. Die Investitionen plant Gerresheimer weiter bei 8 bis 10 Prozent vom Umsatz ein.

Was die Experten sagen

Das dritte Quartal des Spezialverpackungsherstellers habe den Erwartungen entsprochen, wobei die Margenentwicklung in den zentralen Bereichen stark gewesen sein, schrieb Pareto-Analyst Zafer Rüzgar. Von der Corona-Impfstoffentwicklung sollte das Unternehmen erheblich profitieren.

Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft sei etwas besser als am Markt erwartet ausgefallen, der berichtete Umsatz aufgrund von Währungseffekten etwas schwächer, schrieb JPMorgan-Analyst David Adlington.

Alles in allem sei das Zahlenwerk weitgehend wie erwartet ausgefallen, schrieb Goldman-Sachs-Analystin Veronika Dubajova. Sie verwies auf die bekräftigten Geschäftsjahresprognosen. Dabei sieht sie mit Blick auf das Unternehmensziel einer bereinigten operativen Ergebnismarge (Ebitda-Marge) von 21 Prozent Aufwärtschancen.

Weitere Kursinformationen zu Gerresheimer

Krisengewinner Gerresheimer

Bei Anlegern gilt Gerresheimer als klarer Gewinner der Viruskrise an den Märkten. Zwischenzeitlich war aber auch die Aktie der Düsseldorfer kräftig eingeknickt und bis auf fast 50 Euro gefallen. Seit Mitte März kennt der Kurs aber fast nur noch eine Richtung und hat sich seitdem in etwa verdoppelt.

Heute büßen die Titel mehr als fünf Prozent ein und fallen unter die Marke von 95 Euro. Marktbeobachter sprechen von Gewinnmitnahmen. Anfang September hatten Gerresheimer bei 101,10 Euro ein Rekordhoch markiert, zuletzt hatten sie erneut auf diesem Niveau notiert.

ts

Quelle: boerse.ard.de
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