Federal Reserve in Washington

September-Sitzungsprotokoll US-Notenbank bleibt auf Kurs

Stand: 07.10.2020 20:50 Uhr

Das Sitzungsprotokoll der Fed aus dem September zeigt, wo die Fed der Schuh drückt. Die Corona-Krise habe das Zeug dazu, die wirtschaftliche Erholung zu gefährden, so die US-Währungshüter. Die Bank bleibt für lange Zeit konsequent auf Nullzinskurs.

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Beibehaltung ihres sehr lockeren geldpolitischen Kurses in Aussicht gestellt. Die jüngsten Projektionen der Notenbank stünden "sehr wahrscheinlich" im Einklang mit den Zielen der Fed, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses vom 15. bis 16. September. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarteten damals überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von null bis 0,25 Prozent bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird.

Corona bestimmt die Richtung

Dieses Aussagen seien jedoch keine "bedingungslose Verpflichtung". Schließlich hänge die Zinspolitik von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Diese hingegen werde nach einhelliger Einschätzung der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss durch die Corona-Krise bestimmt. Die Gesundheitskrise laste kurzfristig weiter auf der wirtschaftlichen Aktivität, der Beschäftigung und der Inflation. Sie stelle zudem mittelfristig ein großes Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick dar. Die fiskalische Hilfe bis jetzt könnte nicht ausreichen, hieß es weiter.

Bankchef Powell drängt die Politik, weitere Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen. Aber in der Politik, genauer gesagt im total zerstrittenen Kongress, hakt es. Das Parlament konnte sich bisher nicht auf ein Paket einigen, auch mit Blick auf die am 3.11. anstehende Präsidentschaftswahl. Präsident Trump hat erst am Vortag erklärt, es werden keine Einigung mehr geben vor dem Urnengang und damit die Märkte auf Talfahrt geschickt.

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Märkte ziehen an

Davon kann heute keine Rede mehr sein, die großen Aktienindizes bauen nach der Veröffentlichung der im Fachjargon auch "Minutes" genannten Protokolle ihre Tagesgewinne aus. Der Leitindex Dow Jones legt zwischenzeitlich zwei Prozent oder mehr als 500 Punkte zu. Auch die anderen großen Indizes steigen in der selben Größenordnung. Die Aussicht auf neues, frisches "Konjunkturgeld" wie es die Notenbank schon länger fordert, wirkt wie ein Treibsatz.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Während am Markt die Corona-Krise zwar wahrgenommen, aber nicht zentral im Mittelpunkt steht (außer der Präsident ist selbst betroffen), ist sie für die Notenbank eine ganz entscheidende Determinante. Ähnlich hatte sich die Fed nämlich bereits bei den Juli-Protokollen geäußert.

Am Devisenmarkt ist die Reaktion verhaltener. Der Euro steht bei 1,1764 Dollar und damit nur leicht unter dem heutigen Fixing der EZB bei 1,1770 Dollar.

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dpa/rm

Quelle: boerse.ard.de
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