Tesla-Chef Elon Musk

Schätzung der Landesregierung Tesla-Fabrik bei Berlin: "Perspektivisch bis zu 40.000 Jobs"

Stand: 11.09.2020 11:01 Uhr

Während bei den Autozulieferern Schaeffler und Conti viele Taused Jobs abgebaut werden, sucht Tesla für seinen neuen Standort in Grünheide bei Berlin 12.000 neue Mitarbeiter. Längerfristig sind auch viel mehr Jobs möglich.

"Perspektivisch könnte die Tesla-Fabrik in Grünheide – je nach Markthochlauf – bis zu 40.000 Mitarbeiter haben", sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Derzeit sehen die Pläne des Autoherstellers vor, dass dort rund 12.000 Mitarbeiter bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr produzieren sollen. Steinbach ist aber überzeugt, dass das erst der Anfang ist.

Derzeit seien laut F.A.Z.-Bericht rund 100 Tesla-Mitarbeiter auf der Baustelle im Einsatz. Derweil suche die Personalabteilung von einem Büro am Berliner Ostbahnhof aus zusammen mit der Arbeitsagentur in Frankfurt (Oder) im großen Stil Mitarbeiter. Für die ersten 6.000 Stellen seien die Anforderungsprofile schon definiert worden.

Fachkräfte müssen auch von außerhalb kommen

Dabei ist Wirtschaftsminister Steinbach klar, dass Brandenburg und Berlin den Fachkräftebedarf nicht allein decken können. Dass Autozulieferer wie Continental und Schaeffler in den klassischen Auto-Bundesländern derzeit Tausende Stellen streichen wollen, kommt dem Minister durchaus gelegen. "Wir helfen ihnen, sie helfen uns. Es gibt jetzt die einmalige Chance, dass diese Menschen nicht in der Arbeitslosigkeit landen, sondern in einem Wachstumsmarkt weiterarbeiten können", sagte der Zeitung.

Weitere Kursinformationen zu Tesla

In einem Gespräch mit Tesla-Chef Elon Musk vergangene Woche habe er noch einmal an die deutsche Mitbestimmung und Tarifverträge erinnert. "Das ist sicherlich nicht euphorisch aufgenommen worden. Aber wir erwarten, dass Tesla am Ende tariforientiert zahlen wird."

Musk wirbt auf deutsch um Mitarbeiter

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Derweil hat Musk auf Twitter um Mitarbeiter für die neue Fabrik geworben - und das auf Deutsch. "Bitte arbeiten Sie bei Tesla Giga Berlin! Es wird super Spaß machen!!", twitterte er in der Nacht zum Freitag. Dann versprach er auch noch, zumindest einen Teil seiner Rede zur Eröffnung der "Gigafactory" im Sommer kommenden Jahres auf Deutsch zu halten. Auf eine entsprechende Bitte einer Userin twitterte Musk: "Natürlich." Dazu stellte er zwei Deutschland-Fähnchen.

Die Fabrik soll im ersten Halbjahr 2021 fertig werden. Ein genaues Datum gibt es noch nicht. Vergangene Woche war Richtfest, Musk flog dazu mit seinem Privatjet ein. Etwa 20 Prozent des Werks seien fertig, schätzt Evan Horetsky, der verantwortliche Ingenieur.

Das Problem mit der Wasserversorgung hält die brandenburgische Regierung für lösbar. Es gebe Angebote von anderen Wasserverbänden, die bei der Versorgung von Grünheide mithelfen könnten. "Damit wäre auch die Wasserversorgung für weitere Ausbaustufen der Fabrik gesichert", sagte Minister Steinbach im Gespräch mit der F.A.Z. "Die Stadt München bezieht ihr Wasser auch aus 80 Kilometern Entfernung."

Zudem wurde bekannt, dass Tesla seine in China produzierten Model-3-Autos auch in anderen asiatischen Ländern und in Europa verkaufen. Die Fahrzeuge, die seit Dezember in der Fabrik in Shanghai gebaut werden, sollen ab dem kommenden Jahr auch in Japan und Hongkong angeboten werden.

lg

Quelle: boerse.ard.de
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