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Chinesen bestimmen den Markt Luxus bleibt "in"

Stand: 18.06.2019 15:40 Uhr

Auch 2019 wird der Markt für Luxusgüter wachsen, wenn auch regional sehr unterschiedlich. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain sorgt vor allem die wachsende Mittel- und Oberschicht Chinas dafür, dass sich "Bling Bling" wohl auch an der Börse weiter lohnen wird.

Im vergangenen Jahr legten die weltweiten Erlöse im Luxussektor nach Angaben der Studie um sechs Prozent auf 260 Milliarden Dollar zu. Edelmarken aus den Bereichen Schmuck, Kleidung und Accessoires werden auch im laufenden Jahr Zuwächse verzeichnen können. Laut der Studie wird 2019 ein Gesamtumsatz von 276 Milliarden Dollar mit teuren Zeitmessern, Goldketten und Luxus-Elektronik-Artikeln erreicht werden. "Das globale Luxusgütergeschäft hat sich auf einem hohen Wachstumsniveau eingependelt", stellt Bain-Partner und Luxusgüterexperte Oliver Merkel fest. "Und diese neue Normalität wird sich bis 2025 mit jährlichen Zuwachsraten von drei bis fünf Prozent fortsetzen.

Generation Z in China

Beachtlich ist, wie regional unterschiedlich die Marktforscher die Entwicklung erwarten: China bleibt 2019 mit Abstand der wichtigste Luxusgütermarkt, der die gesamte Entwicklung entscheidend bestimmt. Die enorme Kaufkraft der Chinesen beflügelt den Absatz und dies vor allem in ihrem Heimatland. Die ab 1995 geborene modebewusste "Generation Z" hat sich dort mit ihrer Neigung zu Spontankäufen zur spannendsten Kundengruppe entwickelt. Laut der Bain-Studie wird der Absatz von Premiummarken in China 2019 um bis zu 20 Prozent steigen. Da die Chinesen immer häufiger in ihrem Heimatland shoppen, laufen die Geschäfte in ihren traditionellen Einkaufsdestinationen Hongkong und Macau schlechter.

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Auch außerhalb Chinas wird in Asien das Luxusgeschäft in Asien weiter boomen, Bain rechnet für die Region mit einem Plus von zehn bis zwölf Prozent. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die wachsende Mittelschicht in Indonesien, Vietnam und auf den Philippinen.

Europa und Amerika "gesättigt"

Die "gesättigten" Märkte wachsen schon seit Jahren nur noch mäßig. Darunter verstehen die Marktforscher vor allem Europa und Nordamerika. Hier spielen auch soziale und politische Turbulenzen wie der Brexit in Großbritannien und die Protestbewegung in Frankreich eine Rolle. Folge: In diesem Jahr wird für Europa nur noch mit einem Umsatzplus von ein bis drei Prozent gerechnet. In Nord- und Südamerika werden werden immerhin zwei bis vier Prozent Zuwachs erwartet. In den USA beeinflusst etwa eine geplante Steuerreform für die heimischen Konsumenten das Geschäft, zum anderen bleiben angesichts des schwelenden Handelskonflikts mit China die kauffreudigen Reisenden aus der Volksrepublik aus.

Aber Luxuskonsum ist nicht nur ein regional sehr unterschiedliches Phänomen. Auch die Art der Luxus"güter" wandelt sich, wie eine aktuelle Markteinschätzung des Vermögensverwalters GAM zeigt. Analystin Swetha Ramachandran sieht den Luxussektor in einem tiefgreifenden Wandel. Statt lediglich Produkte einer Luxusmarke zu besitzen, erwarte die Millennials-Generation zunehmend eine "Kombination von Marke und einhergehendem Konsumerlebnis". Dieser Trend sei Folge der digitalen Revolution im Einzelhandel und dürfte anhalten, wodurch traditionelle Luxusgüter langfristig unter Druck geraten.

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Erlebnis statt nur Produkt

Denn Hersteller von Luxusgütern gelten traditionell als produktorientierte Unternehmen, die auf hohe Preisniveaus angewiesen sind und ihre Preisdurchsetzungsmacht durch gezielte Marketingmaßnahmen stärken. Im Kern bliebe diese eine richtige Strategie. Da sich aber etwa Kleidung und Accessoires dank neuer Geschäftsmodelle zunehmend leichter leihen und wieder verkaufen lassen, hat der reine Besitz solcher Produkte an Prestige verloren.

Für die heutigen Konsumenten geht es also nicht nur um den Erwerb von Luxusgütern, sondern sie erwarten "einzigartige Erlebnisse". Teure Reisen, edle Weine und Spirituosen oder der auch der teure Restaurantbesuch sind solche Erlebnisse. Und hier wachsen die Umsätze und Gewinne inzwischen stärker als beim reinen anfassbaren Produkt. Das heißt in letzter Konsequenz, dass auch Anleger bei der Auswahl ihrer Luxusaktien umdenken müssen.

AB

Quelle: boerse.ard.de
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