KLM TU Delft Flying V

Nachhaltiger Superflieger "Flying-V" KLM: Revolution der Luftfahrt?

Stand: 05.06.2019 10:57 Uhr

Fliegen hat momentan mit nachhaltigem Reisen wenig gemein. Das könnte sich ändern. Die niederländische Fluggesellschaft KLM beteiligt sich an der Entwicklung eines neuartigen Flugzeugtyps, bei dem die Passagiere in den Flügeln sitzen. Das soll den Treibstoffverbrauch drastisch senken.

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Allein optisch unterscheidet sich die "Flying-V" massiv von ihren Vorgängern. Statt eines durchgehenden Rumpfes teilt sich der neue Flugzeugtyp kurz nach dem Cockpit v-förmig auf. Neben dem Frachtraum und den Treibstofftanks sind somit auch die Reisenden in den Flügeln untergebracht. Eine seltsame Vorstellung - aber scheinbar weitaus weniger schlimm für die Umwelt.

Dank der Aerodynamik, geringerer Größe und weniger Gewicht soll die "Flying-V" viel weniger Treibstoff beanspruchen als übliche Langstreckenflieger auf interkontinentalen Routen. Im Vergleich zum derzeit modernsten Flugzeug Airbus A350 verbrauche der Superflieger trotz gleicher Passagierzahl und Frachtgröße 20 Prozent weniger Treibstoff, teilte KLM Anfang der Woche mit.

Vorstellung im Oktober

Da das Flugzeug der Zukunft dennoch die gleiche Spannweite habe, könne die "Flying-V" die bestehende Infrastruktur wie Gates und Bahnen an Flughäfen problemlos nutzen, so das Unternehmen weiter. Das erste fliegende Modell und ein Ausschnitt des Innenraums soll im Oktober vorgestellt werden.

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"In den letzten Jahren hat sich KLM zu einem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit in der Luftfahrtindustrie entwickelt. Die Entwicklung des Luftverkehrs hat der Welt viel gebracht und uns die Möglichkeit gegeben, Menschen miteinander zu verbinden. Dieses Privileg ist gepaart mit einer großen Verantwortung für unseren Planeten", sagte KLM-Chef Peter Elbers.

"Flying-V" ab 2040 in der Luft

Das Flugzeugkonzept wird entwickelt von der Technischen Universität im niederländischen Delft, mit der KLM nun eine Kooperationsvereinbarung eingeht. Die Luftfahrtindustrie verursache 2,5 Prozent des globalen Treibstoffausstoßes, erklärte der Chef des Projekts Roelof Vos gegenüber "CNN". "Und die Industrie wächst weiter, weshalb wir dringend nachhaltigere Flugzeuge brauchen."

Bis der Flieger wirklich in der Luft zu sehen ist, dauert es allerdings noch. Zahlreiche Tests sind zunächst nötig. Zwischen 2040 und 2050 könne die "Flying-V" in Betrieb gehen, so Vos. Dann könnte also eine nachhaltige Reise in den Urlaub möglich sein.

Anleger greifen zu

Darauf scheinen sich auch die Anleger zu freuen. Die Aktie des Dachkonzerns Air-France-KLM legte seit Wochenbeginn um rund 5,5 Prozent an der Euronext Paris zu. Auch am Montag gewinnt sie im frühen Handel über zwei Prozent.

Weitere Kursinformationen zu Air France-KLM

Zuletzt war der Titel massiv unter die Räder gekommen. Seit Ende Februar stürzte das Papier um fast 40 Prozent ab.

tb

Quelle: boerse.ard.de
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