Briefträger-Fahrrad

Mehr für die Portokasse Post-Aktie mit neuen Hoffnungen?

Stand: 15.01.2019 14:06 Uhr

Papiere der Deutschen Post legten am Dienstag zunächst deutlich zu, verlieren aber am Nachmittag ebenso deutlich. Die geplante Portoerhöhung für Briefe scheint im April nachgeholt zu werden. Aber der Spielraum für Erhöhungen ist geringer als gedacht.

Danach steht die Briefporto-Erhöhung nun am 1. April an. Das geht aus einem Schreiben der Bundesnetzagentur an ihren politischen Beirat hervor, dessen Erhalt die Post am Dienstagnachmittag bestätigte. Laut der Post liegt der Spielraum für Erhöhungen des Briefportos allerdings nur bei 4,8 Prozent, damit könnte die erhoffte Anhebung von 70 auf 80 Cent für einen Standardbrief ab dem 1. April wohl nicht umgesetzt werden. Und: Die Post müsste nach eigener Aussage weitere Sparmaßnahmen einführen, um die eigentlich eingeplanten Mehreinnahmen zu kompensieren. Entsprechend allergisch reagieren die Investoren, nachdem sie das Papier zunächst an die Dax-Spitze gebracht hatten.

Die eigentlich für den 1. Januar vorgesehene Erhöhung war im Herbst überraschend verschoben worden. Die Bundesnetzagentur konnte nach eigenen Angaben erst einmal nicht über neue Preise entscheiden. Hintergrund ist die laufende Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts des Konzerns nach der Gewinnwarnung im Juni, zu der Vorstandschef Frank Appel ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht hat.

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Der Regulierer wollten die Auswirkungen der Umbauten in seine Entscheidung einfließen lassen. Die Post habe den Nachweis ihrer veränderten Kosten und Einsparungen jedoch nicht hinreichend erbracht, so die Begründung seinerzeit.

Verpatztes Börsenjahr 2018

Offenbar scheinen diese Hürden immerhin nun aus dem Weg geräumt. Das allein ist bereits eine gute Nachricht, die die Post-Aktie in den kommenden Tagen stützen könnte. Die Gewinnwarnung, die Post-Chef Appel im Juni verkünden musste, hatte der "Aktie Gelb" das gesamte Börsenjahr 2018 verdorben. Mit einem Minus von 40 Prozent hatte der Titel mehr als doppelt so viel verloren wie der Dax.

Für wachsende Probleme hatte der Handelsstreit zwischen den USA und China gesorgt, aber auch der anstehende Brexit belastete das Geschäft. Dazu kommt stärker werdende Konkurrenz wie der Hermes-Versand oder der Internet-Händler Amazon, der die Preise für Sendungen immer weiter drückt und damit die Margen der Post belastet. Zwar ist der Gewinn unter dem Strich im dritten Quartal um 77 Prozent auf gerade einmal 146 Millionen Euro gesunken. Doch das ging überwiegend auf den Konzernumbau des Unternehmens der allein im Quartal mit 392 Millionen Euro zu Buche schlug. Die Post musste etwa Millionen für die Frühverrentung altgedienter Mitarbeiter aufwenden.

Briefgeschäft als Stütze?

Das Briefgeschäft könnte sich sogar als Stütze der Post gegenüber der Konkurrenz entpuppen. Globale Mitbewerber die FedEx, das im Dezember noch eine Gewinnwarnung veröffentlichte, haben kein solches Brot-und-Butter-Geschäft, das stabilisierend wirkt. Immerhin 2,3 Milliarden Euro Umsatz steuerte der Bereich im dritten Quartal zum Umsatz bei, das sind noch 16 Prozent der Gesamterlöse. Der Anteil dürfte mit der Portoerhöhung wieder größer werden. Briefe bleiben also durchaus wichtig für die Post.

AB

Quelle: boerse.ard.de
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