Eine Person geht am Schriftzug des Internetdienstes Google vorbei. | Bildquelle: AFP

Quartalszahlen Googles Boom hat seinen Preis

Stand: 05.02.2019 08:28 Uhr

Google ist nicht zu stoppen. Auch zum Jahresende legten Einnahmen und Gewinn kräftig zu. Doch die Kosten stiegen noch kräftiger. Das gefällt den Anlegern nicht.

Im nachbörslichen Handel an der Nasdaq verlor die Aktie des Mutterkonzerns Alphabet 2,9 Prozent. Dabei haben die am Abend vorgelegten Geschäftszahlen zum vierten Quartal 2018 erneut gezeigt, dass weder Datenskandale noch Strafzahlungen das Wachstum des Suchmaschinenbetreibers bremsen können.

So steigerte Alphabet das operative Ergebnis verglichen mit dem Vorjahreswert um 6,5 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis betrug sogar 8,9 Milliarden Dollar, hier war im Vorjahr noch ein großer Verlust wegen einer hohen Abschreibung aufgrund der US-Steuerreform angefallen. Der Umsatz legte um 22 Prozent auf 39,3 Milliarden Dollar zu. Damit konnte Alphabet die Erwartungen der Wall Street insgesamt übertreffen.

Weitere Investitionen angekündigt

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 wuchs der Umsatz um 23 Prozent auf 136,8 Milliarden Dollar. Der Überschuss stieg von 12,7 Milliarden auf 30,7 Milliarden Dollar.

Finanzchefin Ruth Porat freute sich über das starke Wachstum und kündigte zugleich an, angesichts "großartiger Gelegenheiten" auch künftig "fokussierte Investitionen", in Talente und Infrastruktur zu tätigen, um Nutzern, Werbekunden und Partnern weltweit weiter "außergewöhnliche" Produkte zu liefern. Bislang spielt Googles Werbegeschäft den Großteil der Erlöse des Konzerns ein.

Weitere Kursinformationen zu Alphabet A

Cloud-Geschäft im Blick

Doch Alphabet setzt zunehmend auf Alternativen wie den boomenden Markt für Cloud-Services mit Speicherplatz und IT-Diensten im Netz. Um hier nicht von den Rivalen Amazon und Microsoft abgehängt zu werden, fließt viel Geld etwa in Datenzentren und andere Tech-Infrastruktur. Das trug 2018 zu einem massiven Anstieg der Investitionsausgaben um 102 Prozent auf 25,1 Milliarden Dollar bei.

Auch im vierten Quartal stiegen die Investitionen mit einem Plus von 26 Prozent kräftiger als die Einnahmen. Das sorgt bei Anlegern für Unmut, auch wenn es sich dabei um Ausgaben handelt, die das Unternehmen in Zukunft eventuell besser ausrichten.

Analysten trauen der Aktie nun ebenfalls etwas weniger zu. So senkte der RBC-Experte den fairen Wert der Alphabet-A-Aktie von 1.400 auf 1.300 Dollar, beließ das Papier jedoch auf "Outperform".

lg

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 05. Februar 2019 um 06:41 Uhr und 07:41 Uhr.

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