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Über die Niederlande auf die Bermudas Google: Milliarden am Fiskus vorbei

Stand: 04.01.2019 07:52 Uhr

Der Google-Mutterkonzern Alphabet schleust weiter viele Milliarden Euro am Fiskus vorbei in ausländische Steuerparadiese - ganz legal. Ausgangspunkt sind meist die Niederlande.

Knapp 20 Milliarden Euro sollen auf diese Weise aus Europa herausgeschleust worden sein, geht aus Dokumenten der Niederländischen Handelskammer hervor. Auf den Bermudas fällt für Unternehmen keine Einkommensteuer an. 2016 hatte Google rund 16 Milliarden Euro dorthin transferiert. Auch in den Jahren davor sind den europäischen Staaten auf diese Weise viele Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren gegangen.

Wie bereits in den Vorjahren, erklärte Google auch diesmal, das Unternehmen halte sich in allen Ländern, in denen es tätig sei, an die Steuergesetze. Der Geldtransfer ist legal. Er erfolgt über eine Struktur, die unter Experten als "Double Irish, Dutch Sandwich" bekannt ist.

Geringe Steuerrate

Eine niederländische Google-Tochter transferiert dabei fast alle ihre Einnahmen auf die Google Ireland Holding, die auf den Bermudas ihren Steuersitz hat, allerdings als Unternehmen in Irland registriert ist. Die Einnahmen stammen vorwiegend aus Lizenzgebühren eines irischen Ablegers, über den der Großteil der Umsätze außerhalb des US-Geschäfts läuft.

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Dank dieser seit einem Jahrzehnt bestehenden Struktur zahlte die Google-Mutter Alphabet zuletzt nur eine effektive Steuerrate von sechs Prozent auf ihren Gewinn außerhalb der Vereinigten Staaten. Das ist rund ein Viertel weniger als die durchschnittliche Steuerrate in ihren Auslandsmärkten.

Nächstes Jahr soll Schluss sein

Allerdings sollen die bestehenden Schlupflöcher demnächst geschlossen werden. Auf Druck der Europäischen Union und der USA hat Irland entschieden, dass diese Vereinbarung mit Google beendet wird und die Steuervorteile für den Konzern 2020 enden.

Auch andere international tätige Konzerne wie Apple oder Facebook stehen wegen solcher Steuertricks in der Kritik. Allein die EU, so wird geschätzt, verliert jährlich 50 bis 70 Milliarden Euro durch "aggressive Steuervermeidung“.

Verlierer Deutschland

Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen und der University of California Berkeley parken derzeit multinationale Unternehmen Gewinne im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar in Steueroasen. Die USA, Großbritannien und Deutschland sind die größten Verlierer. Allein aus Deutschland seien 2015, dem Jahr der Untersuchung, rund 55 Milliarden Dollar abgeflossen. Die Hauptgewinner sind Irland, Luxemburg und Singapur, aber auch Karibik-Staaten, Hongkong, die Niederlande – und immer noch die Schweiz.

lg/rtr

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Wettrennen der selbstfahrenden Autos

Google Car

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Im Mai 2014 sorgte der Internet-Riese mit seinem futuristischen kugelrunden "Google Car" für Furore. Das Roboter-Auto kam ganz ohne Lenkrad aus. 100 Fahrzeuge des Prototyps wurden gebaut und in den USA getestet. Wann und ob das Roboter-Auto von Google in den Handel kommt, ist noch unklar. "Apple und Google wollen nicht Autobauer werden, sondern sie sehen die Möglichkeit, Dienste in Fahrzeugen anzubieten", sagte dazu jüngst Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2018 um 15:36 Uhr in der Sendung @mediasres.

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