Goldbarren

Angst vor Krise und Inflation Goldpreis setzt Höhenflug fort

Stand: 14.04.2020 15:20 Uhr

So teuer war die Feinunze Gold in Euro gerechnet noch nie. Auch in Dollar haben die Notierungen ein Mehrjahreshoch erklommen. Trotz gut erholter Aktienmärkte steigt die Skepsis bei vielen Anlegern.

Der Goldpreis hat seinen Höhenflug im Zuge der Coronakrise nach den Osterfeiertagen fortgesetzt. Am Dienstagmorgen wurde die Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London für 1.727,09 US-Dollar gehandelt. Das ist der höchste Preis seit Ende 2012. In Euro gerechnet stieg die Notierung bis auf 1.580,09 Euro und damit so hoch wie noch nie.

"Verunsicherung bleibt groß"

Die Motivation der Gold-Käufer ist unterschiedlich gelagert, wie Experten meinen. Einerseits profitiert das Edelmetall weiterhin von seinem Status als sicherer Anlagehafen, wie etwa Edelmetallhändler Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus meint: "Die Verunsicherung der Investoren ist weiterhin groß". Noch seien die Auswirkungen der Coronakrise für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abzuschätzen und die Nachfrage nach Gold sei weiterhin vergleichsweise hoch.

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Am Markt wird darüber hinaus auf die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise verwiesen. Mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Wertpapierkäufen versuchen unter anderem die US-Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank den Einbruch der Konjunktur abzufedern.

Inflationserwartungen steigen

"Die jetzt diskutierte Lockerung bringt auch den Zeitpunkt näher, an dem die hohe Liquidität die von den Zentralbanken und Regierungen zur Stützung der Wirtschaft in den Markt gepumpt wird, anfangen sollte zu wirken", so Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Das weckt Inflationserwartungen, und Anleger sehen im Goldpreis eine Absicherung gegen solche Entwicklungen" so Stanzl. Der Experte hält sogar Kurse von bis zu 1.900 Dollar je Feinunze für möglich.

Technisch 2.500 Dollar möglich?

Laut Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest könnte der Inflationsdruck sogar dazu führen, dass in einigen Monaten die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel wieder stärker anziehen könnte. Charttechnisch sieht Rethfeld beim Überwinden der Marke von 1.800 Dollar sogar den Weg in Richtung 2.500 Dollar frei.

Für Goldanleger dürfte der Markt aber auch immer wieder Rücksetzer bereithalten. Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Wochen dürften Korrekturbewegungen immer wieder einsetzen, für Goldfans vielleicht neue Einstiegschancen.

AB

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. April 2020 um 15:00 Uhr.

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