Shoppen in Zeiten von Corona

GfK-Konsumklimaindex Deutsche wieder in Kauflaune

Stand: 23.07.2020 09:29 Uhr

Die Shopping-Lust der Deutschen kehrt allmählich wieder zurück. Dank des Mehrwertsteuereffekts erholte sich das Konsumklima weiter. Viele beabsichtigen offenbar, größere Anschaffungen vorzuziehen.

Die Bundesbürger haben den Corona-Schock fast schon wieder überwunden. "Die Anschaffungsneigung ist sehr stark angestiegen", sagte DfK-Konsumforscher Rolf Bürkl bei der Vorstellung der Konsumklima-Studie für den Monat Juli. Das entsprechende Barometer für die Anschaffungsneigung legte im Juli um 23,1 Zähler auf 42,5 Punkte zu. Damit ist es nur noch knapp vier Zähler vom Vorjahresniveau entfernt. "Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen, was dem Konsum in diesem Jahr hilft", sagte Bürkl.

V-förmige Erholung des Konsums

GfK-Konsumklima-Index
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GfK-Konsumklima-Index, August 2020: -0,3

Das Konsumklima stieg zum dritten Mal in Folge spürbar an - was auf eine V-förmige Erholung hindeute. Wegen der Corona-Pandemie war das Konsumklima für Mai auf einen historischen Tiefpunkt abgestürzt, seit Juni ging es aber wieder aufwärts. Auf den scharfen Einbruch der Verbraucherstimmung folge unmittelbar eine rasche Erholung, erklärten die Marktforscher. Für August prognostiziert die GfK einen Wert von minus 0,3 Punkten. Das wären neun Punkte mehr als noch im Juli. "Wir arbeiten uns aus dem Keller heraus", sagte Bürkl. Der längerfristige Mittelwert liegt etwa bei plus 10.

Maßgeblich zur Konsumklima-Erholung trägt der Mehrwertsteuereffekt bei. Doch Bürkl bezweifelt, dass die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung einen nachhaltigen Effekt haben wird. "Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt." Bürkl warnte vor einer Mehrwertsteuer-Blase. Im Vorfeld vergangener Steuererhöhungen, etwa vom Jahr 2006 auf 2007, habe es erhebliche Vorzieheffekte gegeben.

Kinderbonus erhöht die Einkommenserwartung

Unabhängig davon gewinnen die Verbraucher laut GfK aber offenbar vermehrt den Eindruck, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem überschaubaren Zeitrahmen erholen kann. Dies lässt sich an dem Barometer für die Konjunkturerwartung ablesen: Es stieg im Juli auf 10,6 Punkte nach 8,5 Zählern im Juni. Ein besserer Wert wurde zuletzt mit 10,8 Punkten im Dezember 2018 gemessen.

Auch die Einkommenserwartung zog im Juli an - und zwar auf 18,6 Punkte von 6,6 Zählern im Vormonat. Es war bereits der dritte Anstieg in Folge: "Die Aussicht auf die Auszahlung des Kinderbonus sowie spürbar gesunkene Preiserwartungen stützen den Einkommensindikator", erklärten die Nürnberger Konsumforscher.

Die Marktforscher werteten für die aktuelle Erhebung die Angaben von rund 2.000 Verbrauchern aus, die vom 1. bis 13. Juli zu Konjunktur, Einkommen und Anschaffungsneigung befragt wurden. Das GfK-Konsumklima wird monatlich ermittelt.

Quelle: boerse.ard.de
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