Shopping Mall in Berlin | Bildquelle: imago/Stefan Zeitz

GfK-Konsumklimaindex Konsumlaune hat sich verschlechtert

Stand: 26.06.2019 08:43 Uhr

Die Kauflaune der Bundesbürger ist im Juni den zweiten Monat in Folge gesunken und befindet sich auf dem tiefsten Stand seit April 2017. Die Angst vor dem Jobverlust drückt die Stimmung der Deutschen.

Nach dem überraschenden leichten Anstieg der Arbeitslosen-Zahlen im Mai zeigen sich die Bundesbürger offenbar zunehmend skeptischer bezogen auf ihre eigene Einkommensentwicklung. Nun mehrten sich die Stimmen, die von einem Ende des Beschäftigungsbooms sprechen, erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Vor allem bei Beschäftigten in der Automobilindustrie und bei deren Zulieferern sei die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes größer geworden, betonte Bürkl. Gründe hierfür seien neben den Handelskonflikten und der weltweiten Konjunkturabschwächung die Unsicherheit beim Umstieg vom Verbrennungsmotor auf Elektro-Mobilität. "Offenbar befürchten nicht wenige, dass für die Herstellung von Elektrofahrzeugen künftig deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt werden", sagte der Experte.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher trübt sich deshalb zunehmend ein. Nach den Prognosen der GfK für Juli sinkt das Konsumklima-Barometer auf 9,8 Punkten nach 10,1 Punkten im Juni. Das ist der tiefste Stand seit über zwei Jahren.

Verbraucher pessimistischer bei Einkommensentwicklung

"Die Verbraucherstimmung zeigt in diesem Monat ein sehr uneinheitliches Bild", erklärte die GfK am Mittwoch in Nürnberg. Auch wenn die Erwartungen an die Konjunktur leicht stiegen, schätzten die Konsumenten ihre künftige Finanzlage schlechter ein. Der Teilindikator sank um 12,2 Punkte auf 45,5 Zähler, den niedrigsten Wert seit März 2017.

Dennoch bleibe die Konsumlaune bislang ungebrochen, so Bürkl. Denn die Verbraucher hielten es derzeit verstärkt für ratsam, größere Anschaffungen zu tätigen. Das GfK-Barometer dazu legte im Juni um 3,2 Zähler auf 53,7 Punkte zu. Damit ist die Konsumneigung laut dem GfK-Experten trotz der eingebrochenen Einkommenserwartungen noch intakt: "Ob das so bleibt, hängt sehr stark davon ab, wie sich die Einkommensaussichten in den kommenden Monaten entwickeln werden."

Reallöhne zuletzt gestiegen

Die Reallöhne stiegen im ersten Quartal um 1,2 Prozent. "Daher gehe ich davon aus, dass die Delle bei der Einkommenserwartung ein Ausreißer ist", betonte GfK-Forscher Bürkl. Auf Jahressicht rechnet er weiter mit einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um etwa 1,5 Prozent. Im vergangenen Jahr lag das Plus bei 1,1 Prozent. Dabei könnten sich abzeichnende Zinssenkungen positiv auf das Konsumklima auswirken. Allerdings werde damit das Sparen noch unattraktiver - und auch der Anreiz, privat zusätzlich etwas für die Altersvorsorge zu tun. "Das sind dann Mittel, die für die Kaufkraft im Alter fehlen", sagte Bürkl.

Die GfK-Studie basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Dienstleistungen, Mieten, Reisen und Gesundheit.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juni 2019 um 11:00 Uhr.

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