Eine Lufthansa-Maschine hebt vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München ab. | Bildquelle: picture alliance

Trotz Streiks Lufthansa hält an Gewinnziel fest

Stand: 07.11.2019 11:16 Uhr

Höhere Treibstoffkosten und der Preiskampf in Europa hinterlassen Spuren in der Bilanz der Lufthansa. Die gute Nachricht: Trotz des Streiks der Flugbegleiter hält das Management an der Gewinnprognose fest. Aber es soll gespart werden.

Nachdem die zuletzt gebeutelte Billigtochter Eurowings erste Fortschritte machte, kündigte das Management nun weitere Sparprogramme für die Töchter Austrian, Brussels Airlines und Lufthansa Cargo an.

Da das Marktumfeld immer schwieriger werde, müssten die Gesellschaften mit geringem Gewinn oder Verlust ihre Leistung verbessern, erklärte Finanzchef Ulrik Svensson. Austrian Airlines soll zusätzlich zu einem schon laufenden Effizienzprogramm 90 Millionen Euro einsparen. Zu einem damit verbundenem Personalabbau, der sich einem Insider zufolge auf rund 500 Stellen belaufen soll, machte der Konzern zunächst keine Angaben.

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Die Prognose bleibt

Carsten Spohr
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Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Immerhin: Die Lufthansa will trotz des Flugbegleiter-Streiks und des Preiskampfes im Europaverkehr keine weiteren Abstriche bei ihrem Gewinnziel machen. Um Mitternacht hat der 48-stündige Ausstand der Flugbegleiter begonnen. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) soll in diesem Jahr wie geplant 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro erreichen. Vorstandschef Carsten Spohr hatte das vorherige Gewinnziel Ende Juni gekappt.

Im Sommerquartal schnitt die Lufthansa immerhin besser ab als von Experten prognostiziert. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um zwei Prozent auf knapp 10,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging zwar um acht Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich verdiente der Konzern aber mit 1,15 Milliarden Euro sogar vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Geschäfte zur Preisabsicherung wirkten sich positiv aus.

Mit einem Aufschlag von über acht Prozent belegt Lufthansa die Dax-Spitze. Die Anleger sind offenbar darüber erleichtert, dass die Gewinnprognose bestehen bleibt.

Wie geht es mit Alitalia weiter?

Wie es mit dem Thema Alitalia weitergeht, bleibt ungewiss. Die Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) verhandelt weiter mit der Lufthansa und der US-Airline Delta. FS führe mit beiden Gespräche, sagte der Verwalter der insolventen Alitalia, Stefano Paleari. Die Entscheidung sei der FS überlassen. Die staatliche Verwaltung der insolventen Airline habe keine Präferenz für Delta oder Lufthansa.

ARD-Börse: Luftfahrtbranche in schweren Turbulenzen

07.11.2019 19:17 Uhr

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Die Lufthansa liebäugelt seit langem mit einem Einstieg bei Alitalia, um ihr Geschäft an dem wichtigen Markt ausbauen zu können. Nach Einschätzung von Branchenkennern haben Delta und Lufthansa kein Interesse daran, als Konkurrenten alle beide an Alitalia beteiligt zu sein. Die Lufthansa macht weiterhin zur Bedingung ihres Engagements, dass es eine Restrukturierung mit Personalabbau und einer Verkleinerung der Flotte geben muss.

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2019 um 10:00 Uhr.

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