Arm und reich

Vermögensverteilung Viel Geld auf wenigen Konten

Stand: 02.10.2019 08:36 Uhr

Deutschlands Bevölkerung wird im Durchschnitt immer reicher. Allerdings profitiert nicht jeder gleichermaßen vom wachsenden Reichtum. Immobilienbesitzern geht es besonders gut.

Das gewachsene Vermögen der Deutschen ist im internationalen Vergleich weiterhin sehr ungleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent besitzen demnach mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent), wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die ärmere Hälfte hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

Durchschnittlich mehr Nettovermögen

Aufgrund der niedrigen Arbeitslosenquote und gestiegener Löhne konnten viele Menschen in den vergangenen Jahren mehr Geld sparen. Das Nettovermögen pro Kopf stieg laut der Studie von 2012 bis 2017 durchschnittlich um 22 Prozent auf knapp 103.000 Euro.

Vermögen ungleich verteilt

Der Medianwert, der die reichsten 50 Prozent von der unteren Hälfte trennt, liegt nur bei 26.000 Euro und damit deutlich unter dem Durchschnittswert. Das weise auf eine starke ungleiche Verteilung der Vermögen hin. "Personen, die zwischen 1940 und 1950 geboren wurden, in Westdeutschland leben und eine Immobilie besitzen, verfügen im Schnitt über besonders viel Vermögen", fasst Co-Studienautor Christoph Halbmeier das Ergebnis zusammen.

Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland

In Westdeutschland verfügte 2017 die Bevölkerung ab 17 Jahren im Schnitt über ein Nettovermögen von 121.500 Euro, im Osten lediglich über 55.000 Euro. Ein Grund für den Unterschied: In den neuen Ländern leben mehr Menschen zur Miete als im Westen.

Immobilienbesitzer profitieren

Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen, profitierten in den vergangenen Jahren von dem Immobilienboom - ihr Vermögen wuchs besonders kräftig. Demnach verfügten Besitzer einer selbst genutzten Immobilie im Schnitt über ein Vermögen von rund 225.000 Euro, Mieter kamen lediglich auf 24.000 Euro. Auch das Betriebsvermögen - also der Besitz eines Unternehmens beziehungsweise eine Beteiligung daran - ist seit 2012 deutlich gewachsen. Es liegt den Angaben zufolge aber vor allem in den Händen der Vermögenderen.

Auch eine Studie der Bundesbank war jüngst zu dem Ergebnis gekommen, dass sich insbesondere die Nettovermögen von Immobilieneigentümern infolge der gestiegenen Immobilienpreise erhöht haben. Allerdings besitzen nur 44 Prozent der Privathaushalte in Deutschland demnach Wohneigentum. In anderen Euroländern, zum Beispiel in Italien oder Spanien, ist die Quote der Immobilienbesitzer mit zuletzt etwa 70 beziehungsweise rund 80 Prozent deutlich höher.

Ungleichverteilung reduzieren

Der Bevölkerung mit unteren und mittleren Einkommen sollten bessere Möglichkeiten zur Vermögensbildung geboten werden und privater Immobilienbesitz sollte effizienter gefördert werden. Von einer Vermögenssteuer ist Studienautor Grabka nicht hunderprozentig überzeugt: "Eine Vermögensteuer, wie erst jüngst wieder mal gefordert wurde, wird zwar fiskalische Mehreinnahmen schaffen, die aber nicht automatisch den vermögensschwachen Bevölkerungsgruppen zugutekommen".

Der Studie liegen die Ergebnisse einer Befragung von etwa 30.000 Menschen in rund 15.000 Haushalten zugrunde. Dabei wird das Vermögen von Personen ab 17 erfragt. Dazu zählen unter anderem selbst genutzter und anderer Immobilienbesitz, Sparguthaben, Aktien und Investmentanteile, Ansprüche aus Lebens- und privaten Rentenversicherungen, Betriebsvermögen sowie wertvolle Sammlungen wie Gold, Schmuck, Münzen oder Kunstgegenstände.

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Die reichsten Deutschen

Aldi Süd

Wie bereits in den Vorjahren sind auch 2018 die Aldi-Süd-Erben Karl Albrecht Junior und Beate Heister die reichsten Deutschen. Sie wurden zusammen geschätzt und kommen auf 36,1 Milliarden Dollar. Im weltweiten Ranking belegen sie damit Platz 23.

dpa-AFX/ms

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 02. Oktober 2019 um 10:30 Uhr.

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