Container im Container Terminal Altenwerder | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Exporte weiter unter Vorkrisenniveau

Stand: 08.10.2020 09:47 Uhr

Deutschlands Exporte kommen nur langsam aus dem Corona-Tal und haben auch im August noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Besserung ist derzeit nicht in Sicht.

Im August stieg die Ausfuhr von Waren um 2,4 Prozent im Vergleich zum Juli, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das Volumen der Exporte mit 91,2 Milliarden Euro allerdings um 10,2 Prozent im Minus.

Die Einfuhren verringerten sich binnen eines Jahres um 7,9 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro. Die Außenhandelsbilanz, also der Unterschied zwischen Ex- und Importen, schloss damit mit einem Überschuss von 12,8 Milliarden Euro ab. 

Ausfuhren noch unter Vorkrisenniveau

Die allmähliche Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kam den Exporteuren also zugute, nachdem Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten zu Beginn der Corona-Pandemie das Geschäft mit "Made in Germany" in den Vormonaten ausgebremst hatten.

Allerdings liegen die Ausfuhren immer noch um knapp zehn Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

China steht besser da als die USA

Besonders gelitten hat der Handel mit Ländern außerhalb der EU. Hier fielen die Ausfuhren verglichen mit dem August 2019 sogar um 13,6 Prozent und die Importe um 10,5 Prozent. Die Exporte in die EU-Staaten sanken dagegen "nur" um 7,0 Prozent, die Importe aus diesen Staaten um 5,4 Prozent.

Die Zahlen zeigen auch, dass China bisher die Corona-Krise deutlich besser bewältigt hat als andere Staaten. So lagen die Ausfuhren in die Volksrepublik im August nur 1,1 Prozent unter denen vom Vorjahresmonat. Die Ausfuhren in die USA dagegen fielen im Jahresvergleich um 21,1 Prozent. Nach Großbritannien exportierten die deutschen Unternehmen im August 7,3 Prozent weniger Waren und Dienstleistungen als vor einem Jahr.

Die meisten Importe kamen aus China - der Wert erreichte im August fast den vom Vorjahresmonat, nämlich 9,4 Milliarden Euro. Damit blieb die Volksrepublik der größte Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU.

Keine Besserung in Sicht

Besserung ist nicht in Sicht. Eher dürften die neuen Restriktionen aufgrund zunehmender Infektionen in vielen Ländern den deutschen Export wieder belasten, erklärt Carsten Brzeski von der ING. Hinzu komme, dass der Exportsektor unter den strukturellen Veränderungen in der Weltwirtschaft leide, durch mehr Protektionismus sowie einer Abkehr von der traditionellen Fertigung hin zu Dienstleistungen, Hightech- oder Elektrofahrzeugen.

Dennoch bestätigen die August-Zahlen, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal einen rekordhohen Zuwachs verbuchen wird, betont Thomas Gitzel, Volkswirt der VP Bank.

lg

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Oktober 2020 um 11:00 Uhr.

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