Shoppen in Zeiten von Corona

Rekordverlust für Sparer Was Corona mit unserem Vermögen anstellt

Stand: 24.08.2020 15:38 Uhr

Dass die Pandemie einen großen finanziellen Schaden bei Anlegern angerichtet hat, ist keine Überraschung. Experten von ING haben ausgerechnet, wie groß der Schaden ist. Doch es gibt auch Hoffnungszeichen.

Wie gewonnen, so zerronnen – so lautet der Untertitel der ING-Studie "Unser Geld & Covid 19", die sich mit den Auswirkungen des Virus' im 1. Quartal 2020 in Deutschland und Europa befasst. Und tatsächlich sehen die Daten, die sich auf das erste Quartal 2020 beziehen, zum Teil verheerend aus: Das Coronavirus führte zu einem Rekordverlust für europäische Sparer.

Schlimmer als das Platzen der Dotcom-Blase

Akropolis über Athen
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Akropolis über Athen: Griechenland am härtesten getroffen

Deren Finanzvermögen reduzierte sich um insgesamt 771 Milliarden Euro oder 3,0 Prozent gegenüber Dezember 2019. Das sei mit Abstand der höchste Finanzvermögensverlust der letzten 20 Jahre, haben die Fachleute ausgerechnet. Der zweitgrößte Quartalsverlust, das Platzen der Dotcom-Blase, hätte im ersten Quartal 2001 lediglich 2,6 Prozent betragen. Den Daten zufolge seien deutsche Sparer relativ gut davon gekommen, sie hätten lediglich 2,0 Prozent, respektive 128 Milliarden verloren.

Aber ernsthaften Grund, sich um sein Geld zu sorgen, gibt es eigentlich nicht. Gegenüber dem Vorjahr lägen laut ING nahezu alle Länder im Plus. Mit Griechenland, Italien, Belgien und Spanien hätten lediglich vier von 19 Einzelstaaten der Eurozone auch gegenüber dem Vorjahreswert Verluste gemacht. Griechenland sei am insgesamt stärksten betroffen.

Bargeld & Aktien in Deutschland beliebt  

Finanzvermögen privager Haushalte in Deutschland
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Finanzvermögen privager Haushalte in Deutschland

Deutsche Sparer setzen in der Krise auf Bargeld und Aktien, haben die ING-Fachleute herausgefunden. Mehr als jeder fünfte neue Spar-Euro (22 Prozent) sei in die Kassenhaltung geflossen. Auch Aktien waren sehr beliebt, Aktien-Investments hätten um 14 Milliarden oder 15 Prozent zugelegt. Der große Verlierer des ersten Quartals hingegen seien Bankeinlagen, in die mit fünf Prozent so wenig neues Geld floss wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Allerdings müsste man dem Studienuntertitel "Und wieder gewonnen" hinzufügen, denn der Ausblick sieht erfreulich aus. Mit der Erholung der Kapitalmärkte werde das Finanzvermögen deutscher Sparer um schätzungsweise 3,4 Prozent oder 212 Milliarden Euro auf einen neuen Rekordwert von 6,55 Billionen per Ende Juni 2020 ansteigen.

Innerhalb eines Quartals sei dies der höchste absolute Vermögensanstieg aller Zeiten, sowie der dritthöchste prozentuale Anstieg der letzten 20 Jahre. Man muss manchmal also einfach nur sitzenbleiben und nichts tun, könnte ein Fazit der Studie lauten. Leider weiß man nie so genau wann.

Quelle: boerse.ard.de
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